Archiv der Beiträge zum Thema ‘Ultra’

Zeitlos

In der letzten Zeit lief ja nicht allzu viel zusammen. W├Ąhrend meine Beine langsam wieder auf Touren kommen macht das Laufen auch wieder richtig Spa├č. Der schwere Einstieg, das ├ťberwinden und der Muskelkater trotz noch so kurzer Strecken war eigentlich eine Sache der Vergangenheit gewesen – vielleicht ist die jetzige Phase eine nicht ganz unpassende Erinnerung, das Gegebene nicht als selbstverst├Ąndlich zu betrachten.
Doch wenn mit dem Laufen ist es ja zwangsl├Ąufig so, dass l├Ąngere Strecken auch mehr Trainingszeit in Anspruch nehmen. Insofern ist der derzeit gut gef├╝llte Terminkalender eher von Nachteil, um wieder richtig in Schwung zu kommen.

Dennoch ist dies kein Grund das erneut ansetzende B├Ąuchlein gew├Ąhren zu lassen. Unter Ausblendung „fr├╝herer Erfolge“ lohnt es sich also, neue Ziele zu setzen: Zum Beispiel in dieser oder der n├Ąchsten Woche endlich wieder einmal 10 km am St├╝ck zu schaffen (tja, auch das kann eine Herausforderung sein). Und auf jeden Fall m├Âchte ich in diesem Jahr noch einmal einen Halbmarathon laufen – zumindest die Distanz; es muss kein Wettkampf sein.

Schlie├člich musste ich mir zuletzt eingestehen, dass die vor einigen Monaten gesteckten Ziele eines Herbst(ultra)marathons im derzeitigen Zustand absolut unrealistisch sind. Nach dem Motto „die Marathonvorbereitung ist tot, lang lebe die Marathonvorbereitung!“ stehe ich also mit schlechterer Verfassung da als vor einem Jahr – doch der kommende Winter ist lang und sollte genug Zeit f├╝r eine erneute Vorbereitung bieten.




Ziellos? Geht nicht!

Zehn Monate lang habe ich mit einem einzigen gro├čen Ziel vor Augen Lauf um Lauf hinter mich gebracht. An guten Tagen ist das nicht wichtig. Dann l├Ąuft es sich auch so wunderbar. Aber wie oft ist man nicht in der richtigen Stimmung, k├Ârperlich nicht in Bestform, unmotiviert, gestresst, … Immer dann hat es mir unglaublich geholfen zu wissen, weshalb ich mich in die Laufschuhe und vor die T├╝r qu├Ąle: Ein Tag – ein Lauf an dem sich jeder Kilometer, den man egal ob gut oder schlecht, gelohnt hat.

Nach der Erholung von meinem Marathon war irgendwie die Luft raus. Relativ schnell hatte ich mich f├╝r einen 10 km Volkslauf Anfang Juli in Duisburg angemeldet, um ├╝berhaupt eine Motivation zu haben, mich gegen den m├╝den K├Ârper zu stemmen und bei viel zu hohen Temperaturen wieder ins Training einzusteigen. Doch so wirklich lief es anfangs nicht rund. Die Herausforderung fehlte.
Die neun Minuten, die mir f├╝r einen Marathon unter vier Stunden fehlen? Verletzungsfrei l├Ąsst sich das wohl machen; von daher kein Ziel, f├╝r das ich mich noch gro├čartig verbessern m├╝sste.

Und genauso, wie ich vor einem knappen Jahr zu Hause sa├č und mir ├╝berlegte, was nach einem Halbmarathon noch kommen k├Ânnte, so hockte ich nun wieder zu Hause – unwissend, wof├╝r ich mich nun wieder auf die Strecke schicke. Seit heute wei├č ich es: Ich will mehr. 42,195 km sind mir nicht genug!

Der Grund ist relativ einfach: Das ewige Hetzen auf den 10er Wettk├Ąmpfen macht zwar einigerma├čen Spa├č wenn man mit einer neuen Bestzeit nach Hause kommt – dem Lauf selber kann ich aber immer weniger abgewinnen. Ich finde es schlichtweg stressig.
Halbmarathon? Bisher nur eine versaute offizielle Zeit aus Duisburg, aber regelm├Ą├čig in lockerem Schritt am Wochenende gelaufen. Sehr entspannend und eine f├╝r die Beine sehr angenehme Distanz.
Marathon? Tolle Stimmung und ein angenehmes Lauftempo. Drei oder dreieinhalb Stunden lang ein absoluter Genuss. Erst danach wird es hart. Und im Ziel ist es die gek├Ąmpften Kilometer am Schluss wirklich wert.

Wenn mir das langsamere Laufen also liegt, warum dann nicht versuchen sich in dieser Richtung weiter zu entwickeln, anstatt Tempotraining zu bolzen, woran ich nur sehr bedingt Spa├č finde? Anfang November findet in Bottrop ein 50 km Lauf statt. Ein neues Ziel, eine neue Herausforderung. Werde ich bis dahin genug laufen um eine solche Distanz realistisch angehen zu k├Ânnen? Das wei├č ich nicht; aber das wusste ich im letzten Jahr auch nicht, als es um den Marathon ging. Versuchen will ich es auf jeden Fall. Daf├╝r kann ich nun wieder ruhige, lange L├Ąufe absolvieren. Ganz so wie ich es mag.
Und wenn alles gut l├Ąuft, bin ich 2008 nicht nur Marathoni geworden, sondern h├Ątte sogar noch die Chance einen Ultramarathon zu absolvieren. Das soll mein neuer Ansporn werden.