Archiv der Beiträge von Oktober 2007

LÀufer leben lÀnger!

Eine gewagte These, die sich wohl darin begrĂŒndet, dass LĂ€ufer in Situationen geraten, die dem gemeinen Hallenbadschwimmer vermutlich befremdlich erscheinen mögen, so dass eher die Devise gilt: Was uns nicht umbringt, macht uns stark!

So geschehen wieder einmal heute, als ich eine gemĂŒtliche Runde laufen wollte. Ich habe nichts gegen Hunde (die meisten sind ja ganz liebe Tiere), sofern sie kein gesteigertes Interesse an mir zeigen, wenn ich an ihnen vorbei laufe. Meiner persönlichen Erfahrung nach gibt es allerdings zwei Rassen, die grundsĂ€tzlich böse (bzw. lĂ€uferfeindlich) eingestellt sind: Yorkshire und Pitbulls. WĂ€hrend erstere ja noch „klein und harmlos“ aussehen und dabei eher giftig sind, sehen letztere nicht nur schon ziemlich scheiße aus, sie sind auch noch obergiftig. WĂ€hrend meine letzte Begegnung mit einem der-tut-ja-nichts-Yorkshire nun schon ein paar Wochen her ist, hatte ich heute das VergnĂŒgen an einen Pitbull der Oberklasse zu geraten.
Szene: Relativ schmaler Weg, von links nach rechts weitgehend ausgefĂŒllt mit grundaggressivem Hund und nicht minder gut gelauntem Besitzer, der (der Kleidung nach zu urteilen) noch den Weg vom letzten NPD Aufmarsch nach Hause suchte. Ansprechbar waren weder Hund (knurrte schon zu laut) noch Herrchen (MP3 Player).
Mein Versuch an den beiden vorbei zu kommen wurde dementsprechend von einem herzhaften Sprung des Hundes begleitet, der – zum GlĂŒck fĂŒr mich – von hinten gegen meinen im Laufschritt erhobenen Schuh endete. Den folgenden Wortwechsel (Grundtenor: Was habe ich eigentlich da seinen Hund zu stören? Oder auch auch wörtlich: Ey, bisse bekloppt du Arsch?) spare ich mir an dieser Stelle in seiner ganzen AusfĂŒhrlichkeit. RĂŒckblickend bin ich aber unschlĂŒssig ob man den Hund, den Besitzer oder gleich alle beide einschlĂ€fern lassen sollte.

Nicht auszudenken, was ich nun schreiben wĂŒrde, wĂ€re dieses Vieh mir zĂ€hnefletschend in mein Standbein gesprungen… So bin ich denn ohne ernsthaften Schaden aus dieser Situation gekommen. Dennoch werde ich in der nĂ€chsten Zeit beim Laufen wieder sehr zimperlich auf Hunde reagieren.




Im Westen nichts Neues

Seit gut einer Woche habe ich nun schon keinen Zugang mehr bei mir zum Internet, weil mein PC abgeraucht ist. Eigentlich ein Grund sauer zu sein und richtig Kilometer zu machen. Allerdings haben die (wohl auf beginnende Überlastung hindeutenden) Schmerzen im Fuß in der letzten Woche – vor allem beim langen Lauf am Samstag – richtig zugeschlagen. Aus diesem Grund habe ich nun mein Training etwas reduziert. Heute morgen um halb acht dann das erste mal diese Woche mal wieder die 10-km-Marke erlaufen. Schön im Sonnenaufgang und völlig schmerzfrei.

Diese Woche geht daher als relativ ereignislos in meine Laufkarriere ein. ErwĂ€hnenswert wĂ€re vielleicht, dass ich bei meinem langen Lauf am letzten Samstag erstmalig ein Powergel ausprobiert habe (hab da so einen Tip bekommen:-). Zu mir genommen habe ich es nach ca. 14 km. Geschmacklich sicherlich nicht schön, aber ertrĂ€glich. Ein bisschen wie Hustensaft fĂŒr Kinder in dickflĂŒssig.
Wieviel Wirkung dieses Zeug tatsĂ€chlich gebracht hat oder ob es zu einem gewissen Teil auch ein Placeboeffekt war weiß ich nicht, allerdings habe ich (entgegen dem langen Lauf zwei Wochen zuvor) keinen Einbruch bzw. beginnende ErmĂŒdung bei ca. 18 km gehabt. Im Gegenteil. Zu diesem Zeitpunkt fingen meine Beine sich regelrecht freier zu fĂŒhlen. Wenn die Schmerzen im Fuß, die gegen Ende des Laufs ziemlich stark wurden, nicht gewesen wĂ€ren, ich hĂ€tte wohl noch ein paar Kilometer hinten angehĂ€ngt.

Abseits vom fast tĂ€glichen Training mache ich mir nun Gedanken ĂŒber das nĂ€chste Paar Laufschuhe, das alsbald anstehen soll. Mit frischem Geld versorgt ist es hoffentlich Anfang November soweit. Dann werde ich  mich mal zum LaufsportgeschĂ€ft meines Vertrauens begeben und mir die Alternativen anschauen. Asics und Adidas laufe ich zur Zeit und bin damit auch sehr zufrieden. Mal sehen was es dieses mal wird. Ich bin wie immer schon freudig gespannt darauf ein paar neue Treter zu kaufen und dann die erste Runde damit zu drehen. Ist fast wie Weihnachten. Außer, dass ich selber bezahlen muss.




Morgenstund‘ hat Gold im Mund

Das Leben als Student hat schon so seine Vorteile. Zum Beispiel kann man unter der Woche auch morgens laufen, wenn einen das Wetter dazu motiviert. So geschehen heute. Von neun bis zehn habe ich ganz entspannt meine Standardrunde um die Uni gedreht. Strahlender Sonnenschein und frische Herbstluft – das ist doch mal ein gelungener Start in den Tag.
Leider habe ich aber immer noch Probleme mit meinem Fuß, der nach ca. 40 Minuten anfĂ€ngt zu schmerzen. Ich werde wohl doch die Tage zum Arzt mĂŒssen, damit der mal einen Blick darauf wirft. Bis dahin werde ich mich mit reduziertem Training begnĂŒgen. Sicher ist sicher.




Zwischenbilanz

Oder: Wie geht’s mir eigentlich?

Nur etwa eine Stunde ist es hier, dass ich von meinem heutigen Lauf zurĂŒck gekommen bin. Ein „langer“ ĂŒber 16,5 km war es, den ich in fĂŒr mich sehr flotten 1:31 h hinter mich gebracht habe. Trotzdem spĂŒre seit der Dusche eigentlich gar nichts mehr davon. Klar, ich könnte jetzt nicht sofort die nĂ€chsten Kilometer runterreißen, aber schaffen tut mich so ein Lauf in meiner derzeitigen Verfassung nicht. Zeit fĂŒr eine kleine Zwischenbilanz.

Gerade einmal drei Monate ist es hier, dass ich nach meiner Hauruck-DiĂ€t und dem Wiedereinstieg ins Laufen das erste mal die Halbmarathondistanz geschafft und meinen Weg zum Marathon beschlossen habe. Seitdem habe ich im Schnitt vier mal die Woche trainiert; meistens fĂŒnf mal. Und was habe ich nun davon? ZunĂ€chst mal fĂŒhle ich mich ziemlich gut durch das viele Laufen und sogar mein Ruhepuls ist um sechs SchlĂ€ge die Minute gefallen. Lange LĂ€ufe kann ich (sofern ich mich regelmĂ€ĂŸig dazu zwingen kann) problemlos absolvieren; die „Mauer“ kommt mittlerweile rund fĂŒnf Kilometer spĂ€ter. Und seit dem zĂŒgigen Lauf heute habe ich auch keine Zweifel mehr daran, dass Halbmarathon unter zwei Stunden möglich ist – es muss sich halt nur noch eine passende Wettkampfgelegenheit ergeben.
Das alles in nur drei Monaten bzw. dreizehn Wochen. Eigentlich ein guter Grund um optimistisch zu sein, dass ich in weiteren sieben Monaten einen guten Marathon werde laufen können. Das sollte Motivation genug sein um im Winter reichlich Trainingskilometer runterzuspulen. Den Schnitt von 40 – 50 km /Woche möchte ich auf jeden Fall beibehalten.

Ob die nĂ€chsten Monate, die aufgrund des Winters ja auch nicht unbedingt die schönsten des Jahres werden dĂŒrften, mich noch weiter pushen und ich weiter so Fortschritte mache? Ich bin sehr gespannt.




Freud und Leid

Zuerst die schönen Dinge im Leben: Es gibt (zumindest dem Counter nach) wohl nicht nur Menschen, die mein Geschreibsel hier lesen, sondern auch noch welche, die etwas dazu zu sagen haben. Das freut mich natĂŒrlich sehr.

Nicht so schön ist allerdings, dass ich mir bei meinem Lauf am Montag eine nicht nĂ€her ergooglebare Verletzung am rechten Fuß zugegezogen habe. Zwei Tage Ruhe und die massive Verwendung von Placebo-BachblĂŒten-Sportsalbe haben bis heute aber wieder zur Besserung gefĂŒhrt. Die Folge: Augen zu und durch und endlich einmal wieder einen Lauf mit ein wenig mehr Tempo gemacht. Der Fuß blieb zwar ohne Probleme schmerzfrei – dafĂŒr zieht’s jetzt im Knie. Ich glaube ich werde langsam alt!




Und Marathon schafft man bitte wie?

FĂŒr heute hatte ich eigentlich einen langen Lauf vorgesehen. Nun ging der gestrige Abend allerdings eher bis heute morgen um vier und außerdem hilft einem der Genuss von mehreren Bier auch nicht besonders um am nĂ€chsten Morgen Topleistungen zu bringen. Die Folge: SpĂ€t aufgestanden, Wassermangel aber irgendwie heiß aufs Laufen weil draußen die Herbstsonne scheint als wĂ€r’s ihr letzter Tag.
So bin ich dann los mit dem Wunsch nach ordentlich Kilometern und der eher realistisch geprĂ€gten Annahme nach spĂ€testens dreißig Minuten bereits unter der Dusche zu stehen. Wider Erwarten lief es sich aber ganz gut und irgendwann hatte ich 12,5 km auf der Uhr. Die HĂ€lfte der magischen 25, die ich in diesem Jahr noch knacken wollte. Mein halber Liter Wasser ging schon zur Neige und wirklich frisch war ich nicht mehr, trotzdem gings immer weiter. Und schließlich hatte ich 15 Runde ĂĄ ca. 1,3 km um mein Lieblingsfeld abseits der Großstadtstraßen gedreht und ich konnte mich auf die 3,5 km Heimweg machen.
Was soll ich sagen – der Heimweg war hart. Sehr hart. Die ca. 22 km hatte ich noch mit Beißen und Motivation hinbekommen aber der RĂŒckweg… das ging ja mal gar nicht mehr. Und das waren auch keine Phantomschmerzen.

So kam ich also ziemlich fertig zu Hause an. 25,8 km in 2:42 h. Nicht schnell, nicht gut, aber zum ersten mal geschafft. Leider war ich so mitgenommen, dass ich mich spontan nicht wirklich freuen konnte. Denn in mir kam dann doch die Frage auf, wie ich wohl einen Marathon schaffen soll, wenn ich nach 25 km schon nen Rollstuhl brauche?

Gut, ich war vielleicht ein wenig dehydriert und eine richtige Mahlzeit zuvor im Tagesverlauf hĂ€tte sicherlich auch nicht geschadet; aber ein bischen souverĂ€ner hĂ€tte ich mir das Ganze dann doch gewĂŒnscht. Da liegt wohl noch ein gewaltiges StĂŒck Arbeit vor mir, wenn ich mich in ein paar Monaten ĂŒber 42 km  nicht völlig blamieren will.
Heute geht’s aber nur noch auf die Couch. Wenigstens das habe ich mir ja verdient. Und ein kleines bisschen stolz bin ich an dieser Stelle dann doch.




Der eingebildete Kranke

oder: Phantomschmerzen de luxe

Manchmal, wenn auch nur ganz selten, bin ich schon ein wenig von mir selbst beeindruckt. Zum Beispiel vor einigen Tagen, als ich von den fĂŒnf Minuten Fußweg von der Uni nach Hause durch strömenden Regen musste und bis auf die Haut nass war. Aber mit jedem Schritt bekam ich mehr Lust direkt eine Runde zu laufen. Ab in die Regenjacke und dann schwupps eine Stunde raus. Das alles unter den Blicken von entgegenkommenden FußgĂ€ngern, die einen anscheinend fĂŒr völlig bekloppt halten bei dem Wetter freiwillig Sport zu treiben. Dennoch – nach Abschluss des Laufs fĂŒhlte ich mich so gut wie lang nicht mehr.

Wenn ich das bedenke, kann ich einfach nicht nachvollziehen, wieso mein innerer Schweinehund an vielen Tagen so dermaßen schwer zu bekĂ€mpfen ist. Einfaches Beispiel: Meine kĂŒrzeste Trainingrunde ist ca. 2,75 km lang. Ich kann ausgeruht und richtig fit sein – wenn ich diese Runde das erste mal absolviert habe bekomme ich Schmerzen in den FĂŒĂŸen, meine Atmung kommt durcheinander und eigentlich fĂŒhle ich mich sowieso schlecht.
HĂ€tte ich mich zu einer 10 km Runde aufgemacht wĂ€re ich selbstverstĂ€ndlich nicht nach einem knappen Drittel schon am Limit. Genau genommen bin ich es auch nach einer kurzen Runde nicht, denn bin ich bei mir zu Hause vorbei sind die Schmerzen wie weggeblasen. Muss ja auch – mein Körper weiß nun, dass noch nicht angehalten wird.

Ähnliches gestern Abend. Ich war locker und ruhig unterwegs. Gut zehn Kilometer war ich frisch und fĂŒhlte mich so richtig gut. Als ich jedoch an der letzten großen Kreuzung dachte „prima, jetzt sind’s nur noch zwei Kilometer“ fing es an: Schmerzen im Knöchel und das Knie fĂŒhlte sich bei jedem Schritt ĂŒberbelastet an. Plötzlich kam mir meine Kleidung zu dĂŒnn vor und ich befĂŒrchtete schon wieder die nĂ€chste Krankheit aufgrund unterkĂŒhlter Lunge, und und und…
Bei mir angekommen war’s mit den Phantomschmerzen natĂŒrlich wieder vorbei und ich hĂ€tte gleich weiterlaufen können.

Die Frage lautet also: Was kann man bloß gegen diese eingebildeten Krankheiten tun? So gesehen hĂ€tte ich einen inneren Schweinehund kostengĂŒnstig abzugeben. Andersherum betrachtet: Kann man sich vielleicht sogar ernsthaft verletzen, wenn man trotz dieser Schmerzen weitertrainiert? Ist der Körper in diesen Momenten tatsĂ€chlich ĂŒberbelastet?

Fragen, Fragen, Fragen… ich werde beim Laufen wohl mal darĂŒber nachdenken.