Archiv der Beiträge von November 2007

Sind wir bald da?

Oder: Die Langeweile des Langstreckenl├Ąufers

Als ich mich dazu entschoss, auf einen Marathon hin zu trainieren,┬áentdeckte ich sehr schnell den roten Faden, der sich durch s├Ąmtliche Sach- und Fachliteratur zog: Das wichtigste seien die langen L├Ąufe – die m├╝sse man regelm├Ą├čig durchf├╝hren.
Von meinem ersten Lauf ├╝ber die rund 21 km befl├╝gelt konnte ich mir nicht vorstellen, was daran letztlich so schlimm sein sollte. Dennoch hatte ich in den ersten Wochen immer wieder Hemmungen (oder ach so glaubw├╝rdige Ausreden), die einen geplanten Lauf ├╝ber 15 und mehr Kilometer verhinderten.

Meiner bisherigen Erfahrung nach ist der lange Lauf gar nicht so schlimm – das Problem ist vor allem, ihn geplant durchzuf├╝hren. Zum Beispiel jeden Samstag Vormittag. Egal, ob es regnet, gewittert, die Sonne scheint oder man am Abend vorher eindeutig zu viele Bierchen┬ágetrunken hat. Ausreden darf man nicht gelten lassen, denn┬áam gro├čen Tag des Marathons kann man ja schlie├člich auch nicht sagen, man w├╝rde den Lauf am n├Ąchsten Tag nachholen.
Die ersten L├Ąufe, die ├╝ber gr├Â├čere Distanzen gingen, waren, durch meinen mangelhaften k├Ârperlichen Zustand bedingt, immer noch eine ziemliche Herausforderung, doch damit auch sehr motivierend. Mittlerweile habe ich jedoch keine Probleme mehr damit, einen solchen Lauf „mal eben“ vorzuziehen, weil ich am Wochenende keine Zeit dazu finden werde. So geschehen an diesem Dienstag, als ich meine 20 Samsatags-km schon einmal abgearbeitet habe.

Viel gravierender als die zur├╝ckzulegende Strecke ist f├╝r mich nun die aufkommende Langeweile beim Laufen. Ich laufe eigentlich sehr gern und die ersten zehn bis zw├Âlf Kilometer sind (auch bei schlechter Tagesform) recht entspannt. Danach f├Ąngt das eigentliche Laufen an, doch sp├Ątestens nach ca. eineinhalb Stunden habe ich schlichtweg Langeweile. Da hilft mir auch kein H├Ârbuch, keine sch├Âne Naturumgebung und auch keine Laufbegleitung.
Mir graut es ehrlich gesagt ein wenig vor einem Marathon, wo ich dann zwar vielleicht k├Ârperlich fit bin und keine Probleme habe diese Distanz zu bew├Ąltigen, aber mich┬ázwei oder mehr Stunden gelangweilt durch die Gegend ziehen muss. Da werde ich mir wohl noch eine L├Âsung einfallen lassen m├╝ssen.




Morgens, halb zehn in Dortmund

Letzte Woche noch war ich der ├ťberzeugung, der Winter w├╝rde nun endg├╝ltig Einzug halten und hatte sogar schon die 3-Schicht-Kleidungssaison er├Âffnet. Doch was ist das? Die Eiszeit scheint f├╝rs erste vertagt, satte 11┬░ zeigt mir stolz das Thermometer. Gesteigert noch durch strahlenden Sonnenschein. Nach kurzer Suche im Kleiderschrank daher noch einmal ein d├╝nnes Laufshirt und Shorts rausgeholt und ab auf die Stra├če. Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich mal mein Handy mitgenommen und unterwegs ein paar Fotos gemacht.
Die linke Wade, die mich gestern kaum die Treppen rauf geschweige denn runter hat kommen lassen, meldete sich wieder als einsatzbereit. So ging es auf eine sch├Âne Stunde Laufen in der freien Natur w├Ąhrend der gemeine Mensch im Job schuften muss. Unfair, ich wei├č.

Meine Hausstrecke Meine Hausstrecke
Das kleine Highlight mitten in der Gro├čstadt… …meine Hausstrecke



Der Feind in meinem Kopf

Manchmal wei├č ich nicht was schlimmer ist: Dem inneren Schweinehund nach- und bei Problemen gleich aufzugeben oder durchzuhalten – koste es was es wolle. Der f├╝r Samstag geplante Lauf ├╝ber 22 km stand unter keinem guten Stern. Ich hatte keine Lust f├╝hlte mich nach dem Lauf vom Vorabend (und der dementsprechend kurzen Regenerationspause) ohnehin seltsam schwach. Aber geplant ist geplant und da kenne ich kein Mitleid mit mir.
So zog ich los auf meine 3 Runden von je ca. 7,5 km L├Ąnge. Der erste Durchgang war kein Problem; zu kurz doch die Distanz um mich zu beeindrucken. Die zweite Runde zog mit ihren Steigungen schon merklich in den Oberschenkeln. Eigentlich h├Ątte dies nach den recht anstrengenden Vortagen reichen k├Ânnen und sollen, doch die Stimme in meinem Kopf, die mich bei jedem Gedanken ans Aufgeben sofort anf├Ąngt zu dem├╝tigen konnte nicht still sein: Wie willst du einen Marathon schaffen, wenn du nach 15 km in so einem Verlierertempo schon aufgibst? Kannst du ├╝berhaupt irgendetwas? Stell dich gef├Ąlligst nicht so an!

So ging es dann auch noch in und durch die dritte Runde. Langsam, aber stetig. Die Folgen waren alles andere als angenehm: Ich hatte Muskelkater wie schon seit Wochen nicht mehr. Dazu ein Ziehen in der Leiste, dass ich mich am Nachmittag kaum noch bewegen konnte. Herrlich, wenn das ein Vorgeschmack auf den Marathon im n├Ąchsten Jahr ist.
Auch am Sonntag hatte ich noch gut mit den geschafften Muskeln zu k├Ąmpfen.
Heute dann ein lockerer und sehr langsamer Lauf ├╝ber rund 10 km. Keine Schmerzen, nichts. Es ist immer wieder erstaunlich wie ein K├Ârper regenerieren kann.

Nachdem ich aufgrund meiner Fortschritte zuletzt doch ein wenig auf Wolke Sieben gelebt habe, hat mich dieser Lauf nun wieder auf die Erde zur├╝ckgebracht – und zwar sehr schmerzhaft. Ich bin jedoch froh, dass ich mich auf diese kleine Stimme in mir verlassen kann, die mich weitertreibt wenn es schwer wird. Ist doch schlie├člich besser, als immer gleich aufzugeben!




Neuer Trainingsplan

Die letzten Wochen waren r├╝ckblickend etwas eint├Ânig. Ohne mittelfristig geplanten Wettkampf und mit dem nahenden Winter vor Augen hatte ich mich in ein langsames und gleichm├Ą├čiges Kilometer-Abspulen eingependelt Das ist zwar grunds├Ątzliches nichts sch├Ąndliches, aber auf Dauer hatte ich doch beginnende Motivationsprobleme. Diese waren wie weggeblasen, als ich mich dann f├╝r den Lauf in Bochum angemeldet und noch einige spezifischere Trainingseinheiten absolvierte.

Der Lauf in Bochum ist nun (mit sehr befriedigenden Ergebnissen) vollbracht und es stellt sich f├╝r mich die Frage, wie ich nun ├╝ber den Winter komme. Eines ist klar, ich brauche einen strukturierten Trainingsplan um mich dauerhaft bei Laune zu halten. Der drohende Marathon im Mai ist einfach noch zu weit weg, um Panik aufkommen zu lassen und jeden Tag aufs neue der Antrieb zu sein.
Im Netz und einschl├Ągiger Fachliteratur finden sich nat├╝rlich reichlich Pl├Ąne, anhand derer man sich orientieren kann. Nun habe ich festgestellt, dass mein „normales“ Training schon ├╝ber das hinausgeht, was in der direkten Marathonvorbereitung f├╝r eine Zielzeit von 4 h vorgegeben wird. Da bin ich schon eher bei den Pl├Ąnen f├╝r 3:45 h.
Aus diesem Grund habe ich mir nun einen aus mehreren Quellen zusammengetragenen Trainingsplan erstellt, der abwechslungsreich und fordernd, jedoch nicht ├╝berzogen erscheint.

Den Anfang habe ich bereits diese Woche gemacht. Nach einem langsamen und erholsamen Lauf (mit Begleiter-verursachten Gehpausen zwischendurch) gab es am Mittwoch ein ordentliches Intervalltraining. 3 x 2.000 m in gesteigerten 9:50, 9:40 und 9:10 min.
Ich bin sehr gespannt wie ich – bzw. mein K├Ârper – in den kommenden Wochen mit diesen neuen Anforderungen zurecht kommt.




Wie hab‘ ich das denn geschafft?

Die Erwartungen waren bei mir nicht besonders hoch gesteckt. Der Citylauf in Bochum sollte zwar eigentlich noch einmal ein pers├Ânliches Highlight am Ende meiner ersten „Wettkampfsaison“ werden, das best├Ąndige Zwicken in der Wade, das auch beim Abschlusslauf am Samstag unangenehm auffiel, lie├čen allerdings wenig Hoffnung aufkommen. Das Wetter sollte ├Ąhnlich gute Bedingungen schaffen: Regen, Wind und relativ niedrige Temperaturen waren angesagt – es gibt motivierenderes. Dann kam allerdings alles anders…

W├Ąhrend der Fahrt nach Bochum: leichter Regen. Es ist kalt und irgendwie habe ich keine richtige Lust auf das Rennen. Nach der fr├╝hen Ankunft die Startunterlagen und das obligatorische Event-T-Shirt abgeholt – unterst├╝tzt von einem kr├Ąftigen Regenschauer. Ziemlich durchn├Ąsst anschlie├čend noch ca. 45 Minuten im Auto abgewartet, dann langsam ans Aufw├Ąrmen gemacht. In den langsamen Schritten schmerzt meine Wade, richtige Belastung geht v├Âllig schmerzfrei. Schlussfolgerung: Nicht auf Memme machen, sondern Gas geben. Dann wird’s schon gut gehen.
Nach dem Start in „mittlerem“ Tempo mit der Meute mitgelaufen. Die Einf├╝hrungssteigung bedeutet f├╝r viele jedoch schon das Ende der Fahnenstange, es geht ans ├ťberholen. Ein wenig Panik bekomme ich bei der ersten Kilometermarke: 4:28 zeigt meine einige Sekunden zu sp├Ąt gestartete Uhr. Ups, das‘ ja ganz sch├Ân flott; das halt ich doch nie durch. Aber Anhalten kann ich auch noch im Ziel, also erst einmal weiter gelaufen. Die folgenden Kilometer konnte ich dann v├Âllig problemlos und schmerzfrei das Tempo halten, immer um 4:30 pro Kilometer. Erst nach ca. 7 km wurden dann die Beine langsam m├╝de und ich verlor etwas Zeit. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Wolken netterweise weitgehend verzogen und strahlende Sonne erw├Ąrmte das nun weit verstreute Teilnehmerfeld auf dem etwa 1,5 km langen Rundkurs im Bochumer Westpark.
Dank intensiver Rechnereien stellte ich fest, dass nicht nur eine neu Bestzeit f├╝r mich drin war – es k├Ânnte sogar eine 46er Zeit werden. Wahnsinn! Und das f├╝r jemanden, dem jeder Lauf unter 50 schon wie ein Wunder erscheint. Als meine Beine nicht mehr so wirklich wollten gab es nur noch ein Hilfsmittel: An andere dranh├Ąngen. So hielt ich mein Tempo dann bis kurz vor dem Ziel, wo ich von B├Ąrenkr├Ąften und Stolz in der Brust gest├Ąrkt noch einen Schlusssprint hinlegte. Die offizielle Endzeit: 46:17 min. Unglaublich!

So habe ich es dann doch noch zu einem sch├Ânen und erfolgreichen Wettkampfabschluss f├╝r dieses Jahr gebracht. Wenn ich in meinem jetzigen Zustand nur wenig ├╝ber 46 Minuten bleibe, ist f├╝r das n├Ąchste Jahr definitiv das Knacken der 45er Mauer als Ziel ausgeschrieben. Die 78 Sekunden m├╝ssen sich doch noch irgendwo herausholen lassen.

Citiylauf Bochum 2007 Citiylauf Bochum 2007
Regen vor dem Start Augen zu und durch!



Was das wohl gibt…

Heute vormittag habe ich meine letzte „gro├če“ Runde vor dem Wettkampf am kommenden Sonntag in Bochum absolviert. In durchschnittlichem Tempo auf meiner Hausstrecke. Ergebnis: Das leichte Ziehen in der linken Wade, das mir das peinliche Intervalltraining vor zwei Tagen beschehrt hat, ist noch immer da. Au├čerdem waren die Beine ungewohnt schwer. Seit langer Zeit habe ich heute auch mal wieder meinen Brustgurt beim Training angelegt. Ich finde das nicht besonders angenehm, von daher verzichte ich in aller Regel darauf. Nach vielen Wochen wollte ich aber ├╝berpr├╝fen ob sich Ver├Ąnderungen feststellen lassen. Dabei konnte ich eindeutige Unterschiede feststellen: Mein Brustgurt ist schei├če. Vielleicht geht die Batterie langsam zur Neige oder es gab St├Ârungen – auf jeden Fall hatte ich (wie immer) anfangs zwischen 155 und 165 beim lockeren Laufen. Ich bin halt ein „Hochpulser“. Nach ca. zwanzig Minuten wurden mir aber dann durchgehend Werte zwischen 220 und 289(!!!) angezeigt. Eine kurze ├ťberpr├╝fung am Hals konnte mich dann von der v├Âllig falschen Anzeige ├╝berzeugen. Gut, dass ich meist nach Gef├╝hl und nicht nach Puls trainiere.
Die sechs Intervalle (zehn waren eigentlich vorgesehen) am Dienstag haben mir ├╝berdies eins gezeigt: Bochum wird wohl nicht besonders r├╝hmlich, keine wirklichen Tempoeinheiten in den letzten f├╝nf Wochen mehr haben mich vom z├╝gigen Laufen entw├Âhnt. Da aber auch nur sechs bis acht Grad sowie Regen f├╝r Sonntag angesagt sind, wird mich das ohnehin nicht gerade nach vorn peitschen.

Ansonsten bin ich dazu eingeladen worden meinen Weg zum Marathon auch auf anderer Plattform kundzutun. Unter www.laufen-in-dortmund.de werde ich zuk├╝nftig in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden (ca. alle paar Wochen) von meinen Fort- oder R├╝ckschritten berichten. Wer mag, kann dort nat├╝rlich gerne vorbeischauen. Es lohnt sich auch die sonstigen Berichte auf der Seite zu lesen. Die weitaus h├Ąufigere Berichterstattung mit allem was mich so bewegt findet aber selbstverst├Ąndlich weiter hier statt.




Neue Schuhe

Wie geplant habe ich mir nun ein neues Paar Laufschuhe geg├Ânnt. Zum ersten Mal mit Laufbandanalyse und dem ganzen Drumherum habe ich mich letztlich f├╝r einen Saucony Progrid Trigon 5 Guide entschieden. Mir w├Ąre der Asics 2120 eigentlich lieber gewesen; der rechte Schuhe passte perfekt, daf├╝r dr├╝ckte jedoch der linke aber ziemlich an der Au├čennaht und war daher leider nicht geeignet.

Saucony Progrid Trigon 5 Guide




Fasten f├╝r den Wettkampf

Die Entscheidung ist gefallen: Als Jahresabschluss habe ich mich jetzt doch noch f├╝r den Citylauf in Bochum am 11.11. angemeldet. Wenn das Wetter ├Ąhnlich ausf├Ąllt wie im Augenblick (Niesel, Nebel, neun Grad) ist vielleicht sogar noch mal ein Kraftakt in Richtung < 50 Minuten drin. Ich will mal hoffen, dass es an dem Wochenende nicht wieder so gegen 0┬░ tendiert. Laufen an sich finde ich bei den Temperaturen zwar eigentlich nicht unangenehm, aber mit dem Tempo hab ich’s dann nicht so.

Damit ich in B0chum noch einmal eine gute Leistung abliefern kann werde ich die n├Ąchsten Tage aber etwas Di├Ąt halten. In der letzten Woche habe ich dank grund- und ma├čloser Schlemmerei zwei Kilo zugenommen und die m├╝ssen bis zum Lauf auch wieder runter. Ich darf jetzt blo├č nicht wieder in alte Gewohnheiten fallen, nun da ich seit Jahren mal wieder Kampfgewicht habe!




Upgrade f├╝r Dummies

Da WordPress nun ja seit einigen Tagen in der Version 2.3.1 vorliegt hatte ich mir gedacht, ich k├Ânnte ja mal ein Update vornehmen. Soll ich vorher ein Backup meiner Daten machen? Ja? Nein? Hab ich doch noch nie gebraucht… ach komm, mach’s halt.
Und was war? Dank meiner h├Âchst intelligenten Leistung mir nicht die Anweisungen durchzulesen (ich bin ein Kerl, was brauch ich ne Anleitung?), sondern einfach nur die neuen Daten auf den Server zu knallen, tat anschlie├čend nat├╝rlich nichts mehr. Also das gl├╝cklicherweise vorhandene Backup genommen und den alten Zustand wieder hergestellt und dann sch├Ân der Anleitung nach das Upgrade durchgef├╝hrt: Plugins deaktivieren, Standardtheme einstellen und dann den Kram auf den Server laden.

Wenigstens l├Ąuft jetzt alles wie es soll in der aktuellen Version. Bei der Gelegenheit gleich noch das Snapshot-Plugin f├╝r externe Links installiert (wollt ich eh schon lange machen) und ein paar fehlende ├ťbersetzungen des Themes┬á nachgeholt. Einen Unterschied zu vorher sieht man zwar (bis auf die Snapshots) nicht, aber mein Gewissen ist beruhigt, weil ich die aktuellste Fassung von WordPress verwende. Da bin ich ja eitel.