Archiv der Beiträge von Februar 2008

Andere Ma├čst├Ąbe

Im Hinblick auf die zweite Veranstaltung der Winterlaufserie am Samstag wollte ich heute nur noch eine Runde entspannt laufen. 12 km; ohne den K├Ârper gro├č zu fordern. Der Himmel, so wolkenverhangen wie er war, lud auch nicht wirklich zu mehr ein. Mit den Gedanken beim H├Ârspiel auf den Ohren stetig vor mich hin trottelnd fiel mir auf einmal auf, wie radikal sich mein Laufverhalten in den letzten Monaten ver├Ąndert hat.
Einen Wettkampf ├╝ber 15 km mit einer „lockeren“ Woche vorzubereiten, die drei L├Ąufe ├╝ber 17, 15 und 12 km beinhaltet ist f├╝r mich – aus k├Ârperlicher Sicht – keinen gro├čen Gedanken mehr wert. Aber man erinnere sich: Es ist ziemlich exakt ein halbes Jahr her, als ich meinen ersten Wettkampf ├╝ber 10 km lief. Die Distanz war schon damals nichts aufregendes mehr, doch damit ich ausgeruht war, lief ich die Tage zuvor nur 7,5, 10 und 4,5 km.
Und vor zwei Jahren? 2006 steigerte ich mich um diese Jahreszeit gerade von meiner Standardlaufstrecke ├╝ber 2,75 km (die ich seit Jahresbeginn trainiert hatte) zu einer verl├Ąngerten Runde ├╝ber 4,6 km. Und diese verlangte mir einiges ab! Heute brauche ich 30 – 40 Minuten lockeren Laufens bis es bei mir rund l├Ąuft. Und nur ein paar Wehwehchen haben meine geplanten L├Ąufe von 20+ km verhindert und meinen Kilometerschnitt zeitweilig gesenkt.

Wo soll das bitte noch hinf├╝hren?┬á Irgendwann werde ich nicht mehr so viel Zeit zur Verf├╝gung haben und die Lauferei vielleicht einschr├Ąnken m├╝ssen. Oder ich verletze mich ernsthaft und verliere meine Form. Doch im Augenblick genie├če ich einen k├Ârperlichen Zustand, der es mir erm├Âglicht einfach loszulaufen. Eine Stunde, zwei Stunden. Auch drei Stunden. Bald sollen es vier werden und ich glaube, sie werden mir leichter fallen, als vor zwei Jahren das erste mal die Distanz von 10 km.
Einem Nichtl├Ąufer muss ein Beitrag wie dieser v├Âllig absurd vorkommen. Noch vor einem Jahr h├Ątte ich jemanden, der so etwas schreibt ohne Zweifel als Freak bezeichnet (wenn auch mit Anerkennung und ein wenig Neid). Wie schnell sich doch die Ma├čst├Ąbe ├Ąndern k├Ânnen, mit denen man sich und auch andere beurteilt.




Die Zeit fliegt

Nein, dieses mal keine Panikattacken Richtung Marathon. Doch heute verging die Zeit beim Laufen wie im Flug. Die Tage sind nun wieder deutlich l├Ąnger, man h├Ârt V├Âgel zwitschern und wenn die Sonne scheint kann man bereits die kurzen Sachen aus dem Schrank holen. So war es auch heute Mittag.
Bei Sonnenschein und gedankenverlorenem Laufen ging die Zeit schneller um als ich es glauben konnte. Ein Blick auf die Uhr – schon 40 Minuten rum. Normalerweise die Zeit bzw. Strecke um den Heimweg anzutreten wenn es gilt, meine 10er Runde zu drehen. Doch heute nicht. Ich f├╝hlte mich, als w├Ąre ich gerade erst losgelaufen. Selbst der Schnupfen, der mich die letzten Tage begleitet hat, st├Ârte nicht mehr.

Ob man mir Winterdepressionen zuschreiben darf wei├č ich nicht. Fest steht jedoch: Der Fr├╝hling kommt. Ich wache wieder vor dem Wecker auf und bin trotzdem den ganzen Tag fit. Ich laufe weit mehr als geplant und f├╝hle mich als h├Ątte ich mich kaum angestrengt. Jedes Jahr das gleiche. Nun darf ich nur nicht dar├╝ber nachdenken, dass das in einem sieben, acht Monaten wieder alles vorbei ist.
Stattdessen erfreue ich mich einfach an einem Lauf wie dem heute.




Alte Schule

In der aktuellen Ausgabe der Runnersworld las ich gestern den ersten Abschnitt des dreiteiligen L├Ąufer-Knigge. Im Grunde geht es einfach um ein freundliches und umsichtiges Benehmen unter L├Ąufern aber nat├╝rlich auch zu allen anderen Mitmenschen. Wirklich neues bietet der Artikel f├╝r mich zwar nicht, denn vieles l├Ąsst sich bereits durch gesunden Menschenverstand herleiten. Zudem traf ich vor ein paar Jahren beim Laufen einen netten ├Ąlteren Herren, der – nachdem wir kurz miteinander ins Gespr├Ąch gekommen waren – sich ├╝ber den „Sittenverfall“ unter L├Ąufern auslie├č und mich mit der L├Ąuferetikette bekannt machte.

Kurz k├Ânnte man es auch so zusammenfassen: Nach M├Âglichkeit nett gr├╝├čen und ansonsten umsichtig handeln! Meine Laufkarriere erstreckt sich zwar noch nicht ├╝ber eine allzu lange Zeit, doch auch ich konnte mich schon herrlich ├╝ber L├Ąufer aufregen, die sich mit ihrer Zielzeit von ca. 70 Minuten auf 10 km in die vorderen Startreihen stellten, so dass auch wirklich jeder einmal das Gef├╝hl eines erfolgreichen ├ťberholman├Âvers erleben darf. Andere dr├Ąngeln und dr├Ąngen mit den Ellbogen um auch jederzeit Ideallinie laufen zu k├Ânnen – egal wen sie dadurch behindern. Auch das Wegwerfen halbvoller Wasserbecher mit maximaler Streu- und Spritzwirkung auf Umstehende Umlaufende wird von manchen bis zur Perfektion beherrscht. Doch es gibt nat├╝rlich auch positive Erscheinungen. Auf meiner Hausstrecke bin ich schon des ├Âfteren einem sehr engagierten L├Ąufer begegnet, der selbst im Intervalltraining noch die Zeit findet kurz zu gr├╝├čen. Und auch sonst sind oben genannte Beispiele wohl unangenehm auffallende Ausnahmen.

Doch nicht nur L├Ąufer sollten sich anst├Ąndig benehmen. Gestern hatte ich wieder eine zweifelhafte Begegnung mit einem Hund samt ausf├╝hrender Person. Der Hund schn├╝ffelte links des ca. 3 m breiten Weges im Gras w├Ąhrend Frauchen munter auf der anderen Seite stand und die Leine somit auf H├╝fth├Âhe einmal quer ├╝ber den Weg reichte. Die „Dame“ sah mich und tat was? Nichts. Au├čen herum ging nicht, also war ich gezwungen anzuhalten und fragte sie in noch halbwegs akzeptablem Tonfall, ob ich da nun dr├╝ber springen solle oder wie sie sich das vorstellen w├╝rde. Und was ist allen Ernstes die Antwort? „Sie sind doch sportlich!“┬á




Einfach mal andere laufen lassen

Weserstadion Bremen

Einige Jahre schon gew├╝nscht/geplant/gehofft, ein Jahr in Vorbereitung und seit Samstag Nachmittag eine sch├Âne Erinnerung: Mein erster Besuch im Weserstadion bei Werder Bremen. Meine Wochenkilometer hatte ich brav bis Freitag abgearbeitet und so ging es Samstag mit meiner Liebsten auf nach Bremen. An dieser Stelle sei ihr noch einmal herzlichst f├╝r Karte und Fahrt gedankt! Die Jungs spielten zwar nicht weltbewegend sch├Ân, aber ein sicheres 2:0 gab es trotzdem bei kalten aber dennoch tollen Bedingungen zu bestaunen.




Winterlaufserie 2008

ASV WinterlaufserieAm Samstag war es endlich soweit: In Duisburg startete wieder einmal die Winterlaufserie, die in ihrer 23. Auflage allen positiven Erz├Ąhlungen, die mich bislang erreichten, gerecht wurde. Dies geht nat├╝rlich nicht zuletzt auch auf das einmalig gute Wetter zur├╝ck: 15 ┬░C und reichlich Sonnenschein gibt es Anfang Februar nicht regelm├Ą├čig. Umso sch├Âner, dass die unglaublich gute Organisation der Veranstaltung auch auf diese Weise entsprechend belohnt wurde.
Die (gro├če) Winterlaufserie setzt sich aus drei L├Ąufen ├╝ber 10 und 15 km sowie einem Halbmarathon zusammen. Aufgrund der hohen Anzahl an Startern wird der Lauf ├╝ber 10 km in zwei Startfelder aufgeteilt – meine Wenigkeit startete im zweiten Durchgang.

ASV Winterlaufserie ASV Winterlaufserie
Perfekte Bedingungen in Duisburg… … und ich bin dabei.

Der gro├če „Schock“ kam allerdings direkt nach der Ankunft in Duisburg – ich war so schlau gewesen meine Uhr zu vergessen. Klasse. Dann halt einmal Lauf ohne zu wissen, ob man in der Zeit ist, die man sich vorgenommen hat. Die Strecke in Duisburg ist flach und schnell, dazu dieses tolle Wetter – eigentlich perfekte Bedingungen, um das erste Mal eine 45er Zeit zu laufen. Aber wie soll ich das w├Ąhrend des Laufs kontrollieren?
Ich stellte mich praktisch perfekt in der Startaufstellung auf, die Leute um mich herum gingen ein Tempo an, dass mir z├╝gig, jedoch noch ganz gut machbar erschien. Ohne jede Kontrollm├Âglichkeit lief ich daher nach halbwegs entspannter Atmung in der Hoffnung, dass die Zeit am Ende okay sein w├╝rde.
Kurz vor Zieleinlauf h├Ârte ich dann den Sprecher verk├╝nden, dass die Zeiten nun knapp ├╝ber 4:30 min/km liegen w├╝rden. Unter 45 Minuten w├╝rde ich demnach nicht mehr kommen, aber wie knapp ist „knapp ├╝ber“? So musste ich bis zur Ver├Âffentlichung der Ergebnisse im Internet geduldig sein. Hier wurde mir eine Nettozeit von 46:02 min bescheinigt – Bestzeit!

ASV Winterlaufserie ASV Winterlaufserie
Von Start bis Ziel geht alles reibungslos… … Dank vieler flei├čiger Helfer!

So gesehen war der Lauf eigentlich perfekt, aber… H├Ątte ich mit einer Uhr den ├ťberblick gehabt – die drei Sekunden f├╝r meine erste 45er Zeit h├Ątte ich problemlos herauslaufen k├Ânnen. Sogar noch einiges mehr, denn ich war w├Ąhrend des Lauf nicht am Limit, hatte nur leider keine M├Âglichkeit mein Tempo zu ├╝berpr├╝fen. Zu meinem Leidwesen fing nach dem Lauf auch mein Fu├č wieder leicht an zu schmerzen. Vielleicht doch mal zum Onkel Doktor? So langsam nervt diese Sache mich schon.
Dennoch: Der Lauf in Duisburg war toll und jedem der diese Veranstaltung empfiehlt kann ich nur zustimmen, denn auch das Drumherum war klasse geplant und durchgef├╝hrt. Ich f├╝r meinen Teil freue mich auf jeden Fall schon auf den Lauf ├╝ber 15 km in drei Wochen.




Alles auf dem Weg nach bestens

Da der leichte Wiedereinstieg ins Laufen nach meiner kurzen Verletzungspause erfolgreich verlaufen war, sollte heute der richtige Belastungstest folgen: Meine h├╝gelige 7,5 km Hausstrecke wollte ich in vern├╝nftigem Tempo nehmen. Da die ersten zehn Minuten v├Âllig problemlos vorbeizogen, ging ich auf ein h├Âheres Tempo um den Fu├č unter ein paar Kilometern Tempolauf richtig zu belasten. Alles ging einwandfrei. Meine Tagesform an sich war zwar nicht so gro├čartig, so dass ich nicht richtig rund lief, aber das kann schon mal vorkommen – wichtiger ist, dass mein Fu├č offensichtlich wieder einsatzbereit ist.

Vor dem Lauf hatte ich (wie am Montag bei meinen Adidas) auch den linken Schuh meiner Sauconys in mittelfu├čschonender Form geschn├╝rt. Dadurch liegt ein deutlich sp├╝rbar geringerer Druck auf dem beanspruchten Bereich des Mittelfu├čes. Der Schuh f├╝hlt sich dadurch zwar irgendwie sehr locker am Fu├č an – dies ist jedoch nur Einbildung. Es l├Ąuft sich genauso gut, wie mit der herk├Âmmlichen Schn├╝rung. Wenn das die L├Âsung f├╝r die Vermeidung zuk├╝nftiger Probleme ist,┬á kann ich damit sehr gut leben. Gefunden habe ich die „Schn├╝ranleitung“ ├╝brigens hier.




Erste Schritte (II)

Vier Tage ohne Laufen, ich wei├č gar nicht, wann das das letzte mal der Fall war. Und dann auch noch am Samstag still zu Hause herumsitzen, w├Ąhrend drau├čen die Sonne scheint und dazu einl├Ądt sich lang und langsam auf den Marathon vorzubereiten.
Doch Unt├Ątigkeit l├Ąsst sich in diesem Fall wohl auch als Vorbereitung werten, nachdem die Schmerzen nach dem Lauf am Mittwoch sehr heftig wurden. K├╝hlen, cremen und entlasten waren die Worte der Wahl und heute – dem dritten v├Âllig schmerzfreien Tag in Folge – konnte ich meine Ungeduld nicht mehr z├╝geln.

Unter wolkenverhangenem Himmel und leichtem Regen ging es in eine gute halbe Stunde lockeren Auslaufens. Durch intensives in-mich-hineinhorchen konnte ich zwar allerhand Pseudoblessuren finden, die entscheidende Stelle am Fu├č lie├č aber nichts von sich h├Âren. Ein gutes Zeichen.
Morgen werde ich dem Fu├č Zeit geben sich weiter zu erholen und am Mittwoch soll es dann auf 7,5 km gehen. Wenn das auch so problemlos klappt, steht dem Wettkampf am Samstag wohl nicht mehr allzu viel im Wege und ich kann im Anschluss daran wieder in meinen gewohnten Trainingsablauf wechseln.