Archiv der Beiträge von M√§rz 2008

Winterlaufserie 2008 (III)

ASV WinterlaufserieIch habs versaut. Und zwar so richtig. Wie wichtig vern√ľnftige Ern√§hrung vor einem Wettkampf ist wei√ü ich nicht erst seit gestern. Und dass man auf seinen Wasserhaushalt achten sollte auch nicht. Umso √§rgerlicher, dass ich es vers√§umt hatte, wie sonst auch vor Wettk√§mpfen, den Tag vorher noch richtig sch√∂n Kohlenhydrate zu tanken. Ein nerv√∂ser Magen und wenig Hunger hatten mich gehindert – ich h√§tte es besser wissen m√ľssen.

Der Lauf selber ging richtig gut los. Ich hatte mich direkt unter das 5:00 min/km Schild gestellt – leider auch ein ziemlicher Block an L√§ufern, die sich schon am Start auf ihrer Ansicht nach z√ľgigen 5:30 einstellten. Zwei km brauchte ich um im Strom der L√§ufer in das richtige Zeitfeld zu gelangen. Dann lief es sich herrlich. Die Zur√ľckhaltung unter der Woche war in den Beinen zu sp√ľren: 5:05 min/km ohne gro√üe Anstrengung, dazu √§u√üerst entspannte Atmung.
Der Schock kam kurz vor der ersten Wasserstelle. Ich bekam Hunger und von einer auf die andere Sekunde f√ľhlte ich mich schlapp. Ausgebrannt nach 8 km!

ASV Winterlaufserie

Zwischen Kilometer 8 und 12 wurde das Laufen zur unglaublichen Anstrengung. Dazu kamen Schmerzen im Fu√ü, die Probleme der letzten Tage/L√§ufe traten bei dem schnellen Laufen auf unebenem Boden wieder zu Tage. Ungef√§hr an der Stelle, wo beim Lauf vor ein paar Wochen der Zieleinlauf lag, befand sich nun die zweite Wasserstelle. Nach 15 km unter „Emma“ hatte ich mich besser gef√ľhlt. Das Wasser und ein P√§ckchen Gel brachten keine Besserung. Mein Tempo lag mittlerweile bei 5:25 min/km. Bei jedem Schritt schmerzte der Fu√ü und ich musste mich √ľberwinden den n√§chsten zu tun. Eine kurze Gehpause, ein wenig ausruhen – aber dann w√§re ich wohl bis zum Ende nur noch gegangen.

Auf den letzten Kilometern dann psychologische Tricks, Vergleiche zu hundertmal gelaufenen Trainingsstrecken. Immer √∂fter √ľberholte ich L√§ufer, denen es noch schlechter geht als mir – sie halten immer wieder an. Zwei Kilometer vor dem Ziel praktisch nur noch der Blick auf das Herunterticken der Sekunden. 1:50 h wirds nicht mehr, daf√ľr reicht die Kraft wirklich nicht, aber jede gelaufene Sekunde bringt einen n√§her ans Ziel.

Schlie√ülich der Zieleinlauf, klatschende Menschen, Zeitmessungspiepen, ich bin da. Einmal zur Ruhe gekommen geht es nur noch humpelnd zu den Getr√§nken. Ich bin sauer auf mich selbst, aber dennoch gl√ľcklich es beendet zu haben.

1:50:52 h gibt mir schlie√ülich die offizielle Nettozeitmessung an. Im Nachhinein extrem √§rgerlich, denn dieses „Versagen“ ist mein eigener Fehler gewesen. Bereits nach 40 Minuten leer zu laufen ist schlichtweg peinlich. √Ąndern kann ich das nicht mehr – allerdings etwas positives daraus ziehen: Unter diesen Bedingungen immer noch ein Tempo von unter 5:30 min/km zu laufen macht mich wiederum hoffnungsvoll in Hinblick auf meinen Marathon. Schlie√ülich gehe ich davon aus, dass ich auf mehr oder minder vielen Kilometern am Ende in genau dieser Situation sein werde. Ich kann zwar nicht behaupten, dass dieser Lauf Spa√ü gemacht hat, aber ich habe gelernt, wie sehr man auf Ern√§hrung achten muss. Und wie viel noch geht, wenn man eigentlich schon aufgeben m√∂chte.
Auf diese Weise bin ich zuversichtlicher den Marathon zu schaffen, aber ängstlicher, ihn zu laufen.

ASV Winterlaufserie




Projekt Eins Fuffzig

Heute ist es soweit. In wenigen Stunden geht es auf nach Duisburg. Um 15 Uhr startet der dritte Teil der Winterlaufserie – mein erster offizieller Halbmarathon.
Bisher sah alles gut aus: Zwei bis drei Tage vor einem Wettkampf √ľberf√§llt mich akute Unlust. Wie immer frage ich mich ‚Warum tue ich mir das an? Eine solche Strecke laufen – kein Problem; aber warum so unangenehm hetzen?‘ Dieses Gef√ľhl verging wie jedes mal am Morgen des Wettkampftages. Dazu kommt nun, dass √ľberstanden geglaubte Blessuren sich auf einmal wieder zu Wort melden, das Knie knirscht, im Fu√ü dr√ľckt es und ich habe das Gef√ľhl verletzt, erk√§ltet und m√ľde zu sein. Alles wie immer also.

Bereits im Dezember habe ich mich zu einer f√ľr mich sehr √ľberraschenden Zeit von 1:52 h √ľber die 21,1 km im Training hinrei√üen lassen. Erfahrungsgem√§√ü l√§uft es sich im Wettkampf ja einiges schneller. So lautet die Devise unter 1:50 h zu kommen. Wenn es gut l√§uft, schaffe ich es mich bei einem Schnitt von 5:05 min/km einzupendeln. Damit bliebe ich unter 1:48 h und w√§re wirklich sehr zufrieden.
Prinzipielle bin ich bereit alles rauszuhauen was geht. Der Marathon ist noch ein paar Wochen hin, die n√§chste Woche kann behutsam angegangen und durch den langen Lauf am Samstag bestimmt werden. Aber es h√§ngt nat√ľrlich auch wieder stark vom Wetter ab.
15 ¬įC und Sonnenschein beim ersten Lauf, Sturm beim zweiten Lauf. Der Wetterprognose nach wird es heute irgendwo dazwischen liegen. Bedeckt, leicht windig aber zumindest kein Regen.

Ich bin aufgeregt, nerv√∂s. Ich freue mich und will doch nicht zum Lauf. Bin ich fit? Halte ich den Lauf durch wie geplant? In der Startaufstellung werden solche Gedanken verschwunden sein. Ein kurzer Blick, ein nettes Wort mit einigen der Umstehenden, ebenfalls nerv√∂sen L√§ufern; bel√§chelt von den Erfahrenen. Dann die Ruhe. Der L√§rmpegel um mich herum tritt irgendwie in den Hintergrund. Die Laufsocken werden in der ganz speziellen Weise umgekr√§mpelt, wie ich es nur in einer Startaufstellung mache; der Chip am Schuh noch einmal in Position ger√ľckt. Dann der Startschuss, ein wenig Geschiebe und schlie√ülich laufe ich mit dem Feld an Startern um mich herum mit.
Einatmen, ausatmen. Immer im Rhythmus der eigenen Schritte. Wird es ein guter Wettkampf, so lullt mich das gleichmäßige Geräusch der Schritte der Umlaufenden schon nach wenigen Minuten ein. Ich laufe einfach nur noch vor mich hin und denke an nichts.

Ich hoffe läuft es sich auch wieder auf diese Weise.




Impressumspflicht

RNNR.de w√ľnscht dicke Eier!Kaum sind die Ostern-bei-den-Verwandten-Tage vorbei warten auch schon die immer gleichen Abl√§ufe, wenn man den heimischen Briefkasten aufsucht: Die standesgem√§√üe Abheftung der rund zweitausend Werbezettel von Pizza-, D√∂ner- und Pommesbuden im n√§heren Uni- bzw. Wohnortsumkreis in die Ablage P geht wie immer leicht von der Hand. Nicht, dass diese Form der Werbung unn√ľtz w√§re, aber abgesehen von regelm√§√üig ansteigenden Preisangaben hat sich an diesen Flyern in den letzten Jahren nichts ge√§ndert, was eine Neutapezierung meines K√ľhlschranks rechtfertigen w√ľrde.

Im Anschluss schnell noch die Kontoausz√ľge gerettet, einen vorformulierten Sofortkreditantrag auf meinen Namen vernichtet und eine potentielle Rechnung zur√ľck in den Briefkasten geschoben – vielleicht hat sich ja bis zum n√§chsten Tag ein Mitmensch erbarmt, meine Post geklaut und nimmt sich der Sache an. Andere spielen Lotto und haben wahrscheinlich keine besseren Aussichten auf Erfolg.

Doch dann – was ist das? Ein unbekanntes Postobjekt findet sich ganz hinten rechts in diesem armlangen bzw. -tiefen Nachrichtenschlauch. Genau an der Stelle, wo sonst der DHL Mann immer seine Benachrichtigungszettel versteckt, wenn er mal wieder keinen Bock hat, bis in die dritte Etage zu laufen und mir als Dankesch√∂n dann den Weg zur Filiale ersparen m√∂chte, weil man die Karte in diesem Schattenreich gerne √ľbersieht.
Dieses mal jedoch ist es eine Osterkarte von den Jungs von RNNR.de – sehr cool! Es freut mich sehr, mit solcher Aufmerksamkeit bedacht zu werden. Vielen Dank ihr beiden! Ich hab doch immer geahnt, dass der Gesetzgeber sich bei der Impressumspflicht etwas gedacht hat.

Aber abgesehen davon fiel mir auf, welche Weile es her ist, dass ich die letzte Postkarte verschickt habe. Ich w√ľsste ohne Internetrecherche noch nicht einmal, wieviel Porto heutzutage da drauf muss. Spontan h√§tte ich 80 Pfennig gesagt…




PFS

Wei√üe OsternViele haben es, ich bekenne mich dazu. Ich leide unter dem postl√§uferischen Fresssyndrom. Kurz: PFS. Klar, dass ein K√∂rper, der sportlich gefordert wurde auch durch entsprechende Nahrungsaufnahme regeneriert werden will. Aber was mich nach langen L√§ufer wie dem am Samstag bef√§llt, erscheint mir schon krankhaft zu sein. √úber den Rest des Tages, und meist auch noch den Tag danach, plagt mich akuter Hunger. Ununterbrochen. Dabei ist das gar nicht Hei√ühunger auf Schokolade oder √§hnlich ungesundes bzw. s√ľ√ües Zeugs. Im Gegenteil: Stark anregende Gedanken an Salatteller, Nudelaufl√§ufe, Reispfannen und weitere L√§uferk√∂stlichkeiten durchfluten mein Gehirn und fordern mich zur Realisierung des Ganzen auf.

Gerade jetzt an Ostern, wenn auch noch reichlich gutes Essen auf dem Tisch steht, ist ein solches Leiden besonders schlimm. Was ich in den letzten 48 Stunden so alles gefuttert habe m√ľsste f√ľr die ganze n√§chste Woche reichen. Tut es aber nicht. Anscheinend gibt mir mein K√∂rper nur zu verstehen, was er braucht. Und nach solch langen L√§ufern scheint das eine ganze Menge zu sein.

Gelaufen bin ich √ľbrigens heute auch wieder. Nachdem ich heute morgen nach dem Aufstehen aus dem Fenster sah, erschreckte mich obiges Bild. Es hatte morgens geschneit und das Zeug war zeitweise sogar reichlich liegen geblieben. Also konnte ich tats√§chlich schon zum zweiten Mal in diesem Winter (obgleich nun ja schon Fr√ľhling ist) meine gef√ľtterte Laufjacke aus dem Schrank holen, um trotz oder wegen des Wetters zu laufen. Und es war ein sch√∂ner Lauf; die Luft k√ľhl und klar, nur wenige waren unterwegs.
Anschlie√üend stellte ich √ľbrigens fest, dass es eine Weile her gewesen ist, dass ich das letzte mal unter einer Stunde unterwegs war. Es war genau der 9. Februar – und das war der 10 km Lauf der Duisburger Winterlaufserie.
Und wieder einmal finde ich es unglaublich, wie mein Leben sich gewandelt hat. So viele Läufer habe ich in der letzten Zeit gemacht, aber nie war ich unter einer Stunde unterwegs. Vor einem Jahr hätte ich jedem, der mir das vorhergesagt hätte, einen sehr deutlichen Vogel gezeigt.




Frohe Ostern!

Zun√§chst einmal m√∂chte ich allen Lesern frohe Ostern w√ľnschen. Genie√üt die Feiertage soweit ihr k√∂nnt. Und womit k√∂nnte man seine Zeit an Ostern besser herumkriegen, als mit Laufen?
Nach den gut vierzig km unter der Woche sollte es bei mir wieder ein schöner langsamer Lauf am Samstag sein. Das Wetter konnte sich in den letzten Tagen nicht so richtig zwischen Regen, Hagel und Schnee entscheiden und so war ich schon ziemlich erstaunt, als ich gestern bei bedecktem Himmel, aber zumindest trockenen Fußes loslaufen konnte.
Die Beine f√ľhlten sich etwas m√ľde an, doch der Rhythmus war schnell gefunden. Wie schon in der Vorwoche verging ein unauff√§lliger Kilometer nach dem anderen. Nach gut 16 km eine kleine Trink- und Gelpause und dann weiter. Das „gute“ Wetter verabschiedete sich nachdem ich zwei Stunden unterwegs war. Eine knappe halbe Stunde sch√ľttete es und das ein oder andere Hagelkorn bombardierte meinen Kopf.

Doch was mich nicht umbringt, macht mich hart. Nachdem der Regen vorbei war befand ich mich ohnehin schon auf dem R√ľckweg und so ging es nur noch eine weitere Viertelstunde bis zu Haus eine warme Dusche wartete.
Ich bin sehr froh festhalten zu k√∂nnen, dass ich mit m√ľden Beinen loslaufen und trotzdem problemlos knapp 30 km zur√ľcklegen kann.
In der kommenden Woche findet ein wenig Erholung statt, damit ich am n√§chsten Samstag fit bin und in Duisburg meine erste offizielle Halbmarathonzeit laufen kann. Dies ist dann der letzte gro√üe Test vor dem Ruhrmarathon. Danach wird es nur noch „Standardtraining“ und die w√∂chentlichen langen L√§ufe geben. In ein oder zwei Wochen sollen es tats√§chlich einmal 35 km am St√ľck sein – dann kann ich ruhigen Gewissens in die restliche Vorbereitung gehen.
Noch acht Wochen – ich denke, dann bin ich in Topform.




Da wird doch wohl niemand schwächeln?!?

Die erste Woche meiner direkten Marathonvorbereitung endete anstrengend, aber nach Plan. √úber vor allem gegen Ende sehr h√ľgeliges Terrain lief ich genau 25 km. Nach den L√§ufen unter der Woche war ich die letzten sechs, acht Kilometer ziemlich ausgelaugt. Mit Schuld daran war bestimmt aber auch die ung√ľnstige Ern√§hrung in den Tagen zuvor. Ich muss unbedingt wieder mehr darauf achten, auch gen√ľgend Kohlenhydrate zu mir zu nehmen, nicht nur fettiges Standardessen.

Diese Woche soll aber noch besser werden als die letzte. Den Anfang machte ich gestern mit gleich zwei L√§ufen. Eigentlich wollte ich morgens eine Stunde locker in die Woche laufen, aufgrund Zeitmangel und zu d√ľnner Kleidung hatte ich aber dann gleich zwei Ausreden, warum schon nach der H√§lfte Schluss war. Daf√ľr verordnete ich mir aber am Abend eine weitere Einheit. Dieses mal wirklich eine Stunde. Insgesamt also wieder 15 km an einem Tag gemacht – damit kann man leben.

Nach den¬† langen Intervallen in der letzten Woche wollte ich heute wieder einmal die Tausender laufen. F√ľnf mal; je 4:40 min waren geplant. Bei erneut sehr windigen Verh√§ltnissen lief es sich ziemlich schwer, ich war im Schnitt aber auch zehn Sekunden schneller als geplant. Beim vierten Intervall √ľberdachte ich schlie√ülich sehr ernsthaft die M√∂glichkeit das Training abzuk√ľrzen. In der anschlie√üenden Trabpause begegnete mir jedoch abermals ein sehr netter Herr, der zuvor daf√ľr gesorgt hatte, dass sein Hund bei meinen √úberholman√∂vern ausreichend Abstand zu mir einhielt. „Da wird doch wohl niemand schw√§cheln!“ kam die Frage, nicht ohne ein Schmunzeln im Gesicht.
Wie gut er meine Situation eingesch√§tzt hat! Aber nein! Schw√§cheln ging nun wirklich nicht, die restlichen 1.000 m mussten noch zu schaffen sein. Unter dieser Motivation lief ich sie sogar in 4:15 min, obwohl es mir gar nicht so schlimm vorkam. Das war das erste mal, dass ich den Wettkampfkick auch im Training gesp√ľrt habe. Diesen Kick, der einen ein Tempo gehen l√§sst, das unter normalen Trainingsbedingungen unglaublich hart ist, und trotzdem h√§lt man es gut durch.

An dieser Stelle: Vielen Dank an den unbekannten Mann, der mich mein Training sehr gut hat zu Ende bringen lassen. Diese Begegnung wird mit Sicherheit im Ged√§chtnis haften bleiben. Und wenn ich in Zukunft wieder einmal abk√ľrzen will wei√ü ich, welche Frage ich mir stellen muss.




Dönerteller des Grauens

Gerade noch hatte ich in einem Blog meines Vertrauens gelesen, wie ung√ľnstige Kombinationen von Mahlzeiten und Trainingseinheiten ebenso ung√ľnstige Auswirkungen hervorrufen k√∂nnen und mich meinerseits gefreut, wie lange mir √Ąhnliches schon nicht mehr passiert ist. Doch wenn man vom Teufel spricht…
Heute war ich den Vormittag unterwegs und abgesehen von einem (fettigen) K√§sebr√∂tchen hatte ich bis zum Mittagessen nichts zu mir genommen. Als gute Trainingsgrundlage gab es dann einen (fettigen) D√∂nerteller mit reichlich (fettigen) Pommes. F√ľr den Fl√ľssigkeitshaushalt zum Abschluss noch einen Becher Kaffee hinterher.

Bl√∂d war daran nur, dass heute 8 km Tempolauf auf dem Plan standen. 42:20 min waren f√ľr die Strecke veranschlagt, dazu noch lockeres Ein- und Auslaufen. Die beiden bisherigen Einheiten diese Woche haben meine Beine an f√ľr sich sehr gut verkraftet, ich war ausgesprochen frisch als ich die ersten Meter lief. Die Kilometer auf Tempo waren allerdings sehr hart; das Gef√ľhl zum Wiederk√§uer zu werden ein st√§ndiger Begleiter. Letzlich blieb ich standhaft und schaffte trotz erneut st√ľrmischen Wetters die Strecke in 41:00 min.
Damit bin ich auf jeden Fall zufrieden. Nun erst einmal den Magen erholen und Samstag geht es – wenn nichts dazwischen kommt – zum ersten mal seit einigen Wochen wieder √ľber die 20 km hinaus. Und dann sind es auch schon nur noch neun Wochen bis zum gro√üen Tag.




Noch 10 Wochen

Die Entscheidung einen Marathon zu laufen, war f√ľr mich eine sehr wichtige. Denn wie sicherlich viele, die schon einen gelaufen sind oder sich darauf vorbereiten, wissen, ist das kein Unternehmen, was man „mal eben“ in Angriff nimmt. Eine Vorbereitung dauert lang – besonders, wenn der Trainingsstand am Tag des Entschlusses nicht gerade der beste ist. Zwischen meinem ersten Trainigslauf √ľber die 21,1 km mit der anschlie√üenden Zielformulierung und dem entscheidenden Tag X lagen seinerzeit noch 10 Monate. Zeit genug, sich ausgiebig vorzubereiten, wenn man nicht ganz bei Null anfangen muss.
So gingen dann auch Wochen und Monate ins Land; ich lief und lief und auf einmal erinnert mich mein Kalender daran, dass die hei√üe Phase begonnen hat. Aus zehn Monaten wurden 10 Wochen. Zeit f√ľr den finalen Vorbereitungsintensivplan.

Heute ging es direkt anstrengend los. Auf dem Plan standen (nach lauffreiem Wochenende) 2000er Intervalle. Weil von dem blauen Himmel heute morgen leider nichts mehr √ľbrig war konnte ich Regen und Wind genie√üen w√§hrend ich mich von 9:30 √ľber 9:15 bis auf 9:00 min im Intervall steigerte. Die gef√ľhlte Steigerung war noch wesentlich gr√∂√üer, da der Wind im Verlauf des Trainings von b√∂ig auf permanent wechselte. Vielleicht habe ich ja morgen mehr Gl√ľck was den Sonnenschein angeht. Da gibt es zur Erholung dann einfach lockeres Laufen.




So, Feierabend, Emma.

oder: Ich bin kein Gesundheitsläufer!

Langsam kehrt wieder Ruhe ein. Nach dem Sturmlauf am Samstag und dem gestrige Ruhetag konnte ich heute feststellen, dass sich Sturmtief „Emma“ tats√§chlich langsam zur√ľckzieht. Es ist zwar f√ľr hiesige Verh√§ltnisse immer noch ziemlich windig, doch das hilft, die dicken Wolken zu vertreiben.
Vom Wind gefordert, aber nicht √ľberfordert, z√ľgig voran, Runde f√ľr Runde – das Laufen heute tat richtig gut. Kein Luschi-Lauf wie sonst, aber auch kein Tempobolzen „weil ich das mal wieder machen m√ľsste“, sondern schlichtweg gut unterwegs und die Natur der Gro√üstadt genie√üen.

Beim Laufen – vor allem bei anstrengenden L√§ufen wie heute oder auch bei Wettk√§mpfen – kommt mir oft die Frage in den Sinn, warum ich das eigentlich mache. Am Ende eines Laufs stehe ich wieder da, wo ich angefangen habe. Total sinnlos das Ganze, oder nicht? Es w√§re so einfach stehenzubleiben um zur Ruhe zu kommen; keine Runde mehr hinten anzuh√§ngen oder schlichtweg √ľberhaupt gar nicht erst loszulaufen. Bequem zu sein.
Gesundheit? Fitness? Ein langes Leben? Das sind doch Pseudogr√ľnde. Ich bin nicht seltener erk√§ltet oder sonstig krank als ohne das Laufen. Stattdessen habe ich zwischendurch immer mal das eine oder andere Problemchen, dass sich uneingeschr√§nkt aufs Laufen zur√ľckf√ľhren l√§sst. Fit sein ist ein gutes Gef√ľhl, ok. Und langes Leben? Wer wei√ü schon was passiert und ob ich √ľberhaupt 80 oder 130 Jahre alt werden will.
Nennt mich unvern√ľnftig, unreif, selbstverliebt oder wie auch immer. Aber die einzige Antwort, die sich bisher dauerhaft halten konnte ist: mein Ego! Zig km ans Aufh√∂ren zu denken aber es doch nicht zu tun und anschlie√üend unter der Dusche zu sp√ľren, was die Muskeln geleistet haben ist schlichtweg ein verdammt cooles Gef√ľhl. Und das ist mir auf alle F√§lle wichtiger als das Wissen etwas f√ľr meine Gesundheit getan zu haben. Das ist bestenfalls ein positiver Nebeneffekt. Warum nehmen sonst so viele Leute an Wettk√§mpfen teil, obwohl doch maximal eine Handvoll an L√§ufern das Zeug dazu hat den Sieg zu holen? Die meisten wollen sich einfach selbst etwas beweisen, ob das nun das Bew√§ltigen einer Distanz oder ein bestimmtes Zeitziel ist. Wettk√§mpfe l√§uft man nicht f√ľr ein hohes Sterbealter – Wettk√§mpfe l√§uft man f√ľr’s Ego.




Winterlaufserie 2008 (II)

ASV WinterlaufserieGestern stand die zweite Veranstaltung der Winterlaufserie in Duisburg an, doch im Gegensatz zu den perfekten Bedingungen der Auftaktveranstaltung vor drei Wochen stand dieser Lauf unter keinem guten Stern. Das Orkantief „Emma“ machte den Veranstaltern sichtlich Sorgen, doch von einer Absage des Laufs blieb man zum Gl√ľck verschont.

W√§hrend man f√ľr die 10 km Veranstaltung das gesamte L√§uferfeld noch auf zwei Rennen aufgeteilt hatte, durften sich √ľber die 15 km alle Teilnehmer in einem Startfeld zusammenfinden. Eine Einordnung nach dem eigenen Laufverm√∂gen war aufgrund von aufgestellten Zeitenschilden (in min/km) sehr gut m√∂glich. Manche Menschen wollen oder k√∂nnen sich da wie immer nicht dran halten und „versch√§tzen“ ihre Laufgeschwindigkeit schon mal um zwei oder mehr Minuten pro Kilometer.
Ich selbst hatte es urspr√ľnglich auf eine Zeit von 1:15:00 h angelegt, war aber bereit mich aufgrund der Wetterbedingungen da etwas zu korrigieren. Statt bei 5:00 stellte ich mich ins Feld bei 5:30 min/km. Schlie√ülich wusste ich nicht, wie viele Kilometer der Strecke einen gegen die vom Wetterdienst berichteten Windst√§rken 5 – 7 w√ľrden anlaufen lassen.

Vom Start weg ging es aber z√ľgig los – es gab R√ľckenwind. Und in der Masse l√§uft es sich ja ohnehin immer sehr viel z√ľgiger. Die ersten Kilometer gingen so auf 5:15 min/km ins Land. Ich empfand das als durchaus angenehmes Renntempo und reduzierte nicht. Der Kurs entlang der Regattastrecke und auch durch Wald war gut zu laufen und weitenteils absolut flach. So verging ein Kilometer nach dem anderen ohne dass etwas nennenswertes geschah. Nach 8 km ein Schluck Wasser an der Verpflegungsstelle und nach 10 km ein √ľberraschter Blick auf die Uhr, wie z√ľgig ich unterwegs war.

Dann die 12-km-Marke. Bis hierher war man weitgehend vom Wind verschont geblieben – zumindest aus der unangenehmen Richtung. Doch nun ging es los. Die letzten 2,5 km dann offen an der Regattastrecke voll im Gegenwind mit teils heftigen B√∂en. Viele knickten ein und ich √ľberholte mehr Mitl√§ufer als im ganzen Rennen bisher. Ich war es wohl richtig angegangen mit der Kr√§fteeinteilung, denn ich konnte mein Tempo halten. Nun zwar angestrengt, aber noch gut machbar. Im Ziel dann die Uhr bei 1:17:41 h gestoppt (was sich am Abend auch als offizielle Nettozeit herausstellen sollte) und zufrieden ein paar Becher Isozeugs getrunken.

Unter besseren Bedingungen w√§re meine urspr√ľngliche Zielzeit wohl umzusetzen gewesen, aber was soll’s. Manchmal muss man sich mit dem zufrieden geben, was einem geboten wird. Und so kann ich mich bei einem potentiellen n√§chsten 15 km-Lauf vielleicht einfach √ľber eine neue Bestzeit freuen. Als Generalprobe f√ľr den Halbmarathon in vier Wochen bin ich frohen Mutes auch dort gut abzuschneiden. Die Kilometerzeit von gestern h√§tte ich (ohne die Windabschnitte) problemlos noch einiges weiterlaufen k√∂nnen. Und mit ein wenig Sonne im R√ľcken bin ich gewillt dann da noch einiges mehr rauszuholen. Doch bis dahin bleibt noch ein wenig Zeit und auch Gelegenheit zum Training. F√ľr heute genie√üe ich erst einmal den lauffreien Tag.