Archiv der Beiträge von Mai 2008

Kalte Dusche

St├╝ck f├╝r St├╝ck arbeite ich mich nun wieder an mein Alltagstraining heran. Nachdem ich gestern ohne gr├Â├čere Knieprobleme erneut laufen konnte kam heute direkt die n├Ąchste Belastungsprobe. Dieses mal sogar schon ├╝ber gut acht Kilometer. Wenn das so weitergeht kann ich in der n├Ąchsten Woche hoffentlich wieder normale Trainingseinheiten absolvieren.

Nicht so sch├Ân dagegen: An meinem Lieblingslaufrundenfeld wurde ein St├╝ck Wiese abgesperrt und dort lebt, frisst und arbeitet nun ein Rudel Ziegen. Sogar Babyziegen sind dabei – sehen zumindest so aus. Als Gro├čst├Ądter bin ich mir da nat├╝rlich nicht so sicher.
W├Ąhrend die Viecher ja eigentlich noch ganz s├╝├č sind, passen schw├╝l-hei├če Sommerluft gepaart mit Ziegenabgasen nun aber mal ├╝berhaupt nicht zu sportlichen Hochleistungslungen – zumindest, wenn man das nicht gewohnt ist. In so einer Dunstglocke geht’s dementsprechend nur schlecht voran. Dar├╝ber hinaus scheinen die Verantwortlichen mit einer Armada an schwerem Bauger├Ąt anger├╝ckt zu sein um diesen Weidezaun einzupflanzen. Der Weg ist auf jeden Fall in einem Zustand, als w├Ąre die Bundeswehr auf Panzer├╝bung gewesen.

Wenigstens gab es eine Premiere f├╝r dieses Jahr. Wenn es drau├čen hei├č wird (und f├╝r mich eigentlich zu warm um zu laufen) wird der Christian zum ganz harten Kerl und duscht anschlie├čend kalt. Leider ist diese Konstellation – warm laufen, kalt dusche – immer nur von kurzer Dauer. Bald ist ja schon wieder Winter.




Erste Schritte (III)

Eine ganze Woche Pause hatte ich mir nach meinem Marathon geg├Ânnt. Eigentlich nicht freiwillig; wollte ich doch bereits am Freitag wieder eine kleine Runde laufen, nachdem der Muskelkater verschwunden war. Doch eine unbekannte Verletzung hinderte mich: Zwei Tage nach dem Marathon bekam ich pl├Âtzlich Schmerzen in der Kniescheibe. So als h├Ątte ich einen gewaltigen Schlag darauf erhalten. Als Folge davon konnte ich bis zum Wochenende praktisch nur noch durch die Gegend humpeln.
Gestern, am zweiten und endlich wieder schmerzfreien Tag, ging es dann wieder auf die Stra├če. Doch nicht nur, dass ich keinen Rhythmus fand; nach zwanzig Minuten sp├╝rte ich, wie meine Beine pl├Âtzlich wieder unglaublich m├╝de wurden. 42 km scheinen doch l├Ąnger in den Beinen zu sitzen, als man glaubt.

Bl├Âderweise fingen nach dem Lauf auch wieder die Knieschmerzen an. Ich bin gespannt wie es weiter geht. Diese Woche ist noch zur Erholung eingeplant, doch in der n├Ąchsten wollte ich wieder weitgehend normales Pensum laufen.
Zudem habe ich mich f├╝r Anfang Juli f├╝r einen 10 km Volkslauf angemeldet. So ganz ohne Ziel vor Augen kann ich mich dann doch nicht zu regelm├Ą├čigem Training motivieren. Und immerhin habe ich noch die 45-Minuten-Marke zu knacken.




Bloggen gegen Kinderarbeit

Bei meiner regelm├Ą├čigen Blogschau habe ich eben gelesen, dass die Firma Source GmbH zehn Euro zugunsten einer Aktion gegen Kinderarbeit f├╝r jeden Blogbeitrag spendet, der dar├╝ber berichtet. Dem kann ich mich nicht entziehen. Ein ernstes Thema und eine gute Sache.

Bloggen gegen Kinderarbeit

Berichten, Trackback setzen, Gutes tun. Wer mit diesem Verfahren einverstanden ist, darf sich herzlich eingeladen f├╝hlen ebenso zu verfahren!




Vom Moppel zum Marathonl├Ąufer

Seit Sonntag hat das 42195-blog seinen Dienst erf├╝llt. Es war eine St├╝tze, die mich durch das Jahr der Ver├Ąnderungen und der Vorbereitung auf meinen ersten Marathon gef├╝hrt hat. Nun ist es ein tolles St├╝ck Erinnerung: 90 Artikel von der Entscheidung bis zum Zieleinlauf. Aber reicht das? Nein.

Denn zum einen habe ich bei weitem noch nicht alle Laufziele erreicht, die ich mir gesetzt habe. Und zum anderen ist das Laufen ein Teil meines Lebens geworden. Abends noch schnell ein St├╝ndchen an der frischen Luft oder die gem├╝tlichen 20 km am Samstag Morgen… Das will ich gar nicht missen.
Daher ist klar: Das 42195-blog bleibt. Dennoch m├Âchte ich die Gelegenheit nutzen, um das letzte Jahr, die Zeit zwischen Couch Potato und Finishermedaille, Revue passieren zu lassen.

  • April 2007: Die Waage ger├Ąt in Bedr├Ąngnis, mir 90 kg Lebendgewicht anzeigen zu m├╝ssen. Nach etlichen Pseudo-Di├Ąten folgt ein erster ernhafter Abnehmversuch. 10 Wochen weniger (sp├Ąter: ges├╝nder) essen machen mich um 13 kg leichter. Ich beginne wieder mit einigerma├čen regelm├Ą├čigen Laufeinheiten.
  • Juli 2007: Die Nadel der Waage tanzt Limbo an der 74 kg Marke. Bei herrlichem Wetter laufe ich 10 km. Da ich danach noch fit bin wird eine kleine Extrarunde drangeh├Ąngt. Und noch eine. Und noch eine. Am Ende habe ich meinen ersten Halbmarathon hinter mir.
    Zwei Tage schlimmen Muskelkaters und der Frage nach dem „was kommt nun“ sp├Ąter steht fest: Ich werde einen Marathon laufen.
  • August 2007: Mit vier bis f├╝nf Laufeinheiten pro Woche macht man anfangs schnelle Fortschritte. In M├╝lheim a. d. Ruhr absolviere ich meinen ersten 10 km Volkslauf – und will mehr.
  • Dezember 2007: Im Training laufe ich das erste mal die Halbmarathondistanz auf Zeit. Die Vorgabe, unter zwei Stunden zu bleiben, wird problemlos eingehalten. Knapp 1:52 h sind es.
  • Fr├╝hjahr 2008: Mein Kampfgewicht liegt mittlerweile bei knapp 72 kg. Bei der Winterlaufserie in Duisburg will ich schnelle Zeiten laufen um selbstbewusst auf den Marathon zugehen zu k├Ânnen. Doch jedes mal l├Ąuft etwas schief. Fazit: Ich habe mittlerweile eine gute Kondition, aber irgendwie auch die Seuche am Fu├č.
  • Mai 2008: Dank kleinerer Verletzungen lief die letzte Vorbereitung nicht wie erhofft. Dennoch: Nach rund 2.300 km und 7 Wettk├Ąmpfen in der Vorbereitung beende ich nach 4:08:56 h meinen ersten Marathonlauf.



Ich bin ein Marathoni!

Seit gestern ist es soweit: Auch ich darf mich mit ein klein wenig Stolz in der Brust Marathoni nennen. Der Weg war vorhersehbar weit, anstrengend hat das ein oder andere Leiden f├╝r mich bereitgehalten. Ein R├╝ckblick.

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Geschafft!

Es ist vollbracht. 4:08:56 h sind es am Ende geworden. Nicht das, was ich mir erw├╝nscht, erhofft, erwartet hatte. Trotzdem bin ich damit ganz zufrieden. Warum, wieso, weshalb (und warum ich Walker jetzt noch viel bl├Âder finde) gibt es, wenn ich meinen K├Ârper etwas erholt und eine Nacht dar├╝ber geschlafen habe.

Danke an dieser Stelle an alle, die mich unterst├╝tzt haben: Familie, Freunde und Bekannte, die an der Strecke standen. Besonders an Bj├Ârn, der mit unterwegs mit Gelpacks versorgt hat und sogar ein paar hundert Meter mit mir gelaufen ist. Und ein Danke an alle, die mich im Vorfeld hier mit netten Kommentaren bedacht haben!




Wie viele andere…

  • stehen wie ich morgens unter der Dusche und fragen sich, ob das mit dem Marathon wirklich eine gute Idee war?
  • k├Ânnen sich nicht entscheiden, welche Kleidung sie tragen werden, weil das Wetter so wechselhaft ist?
  • haben Angst vor der Mauer oder davor eins mit dem Hammer ├╝bergebraten zu bekommen?
  • wollen auch den Lauf genie├čen und beten trotzdem darum, dass er schon vorbei sein m├Âge – und zwar nach 42,195 km und kein bisschen eher?
  • wissen ebenfalls, dass es keine Garantie f├╝r den Erfolg gibt, egal wie viele Kilometer man im Vorfeld gelaufen ist?
  • finden die Idee, von Dortmund nach Essen zu laufen eigentlich total bescheuert, da man auch den Zug nehmen k├Ânnte?



Abschlusstraining

Heute ging es auf einen letzten kurzen und entspannten Lauf. Eine halbe Stunde lang noch einmal alle Knochen und Gelenke schmerzen lassen, keinen Rhythmus finden und zweifeln, ob man ausreichend vorbereitet ist.

Ersteres ist praktisch schon ein Ritual vor Wettk├Ąmpfen. Die letzten L├Ąufe waren alle schmerzfrei, selbst die l├Ądierten F├╝├če wieder fit – von daher sehe ich da eigentlich keine Probleme. Und 30 Minuten sind ohnehin zu kurz, um in den gewohnten Lauftrott zu kommen. So bleibt eigentlich nur noch die Sache mit dem Zweifeln. Ob ich am Sonntag wirklich fit bin – also rein von der Tagesform – kann ich nat├╝rlich nicht wissen; aber ich bin eines Samstags einfach losgelaufen und habe mir gesagt: Heute machst du 35 km. Wenn ich das geschafft habe, wird es mit so vielen Leuten um mich herum, eigenem Wassertr├Ąger an der Strecke und der Familie am Ziel wohl reichen um mich nicht dem eigenen Versagen hinzugeben und 7 km mehr runterzuspulen.

Bis dahin hei├čt es noch ein wenig Tee trinken. Zuletzt hatte ich n├Ąmlich leichte Halsschmerzen. Jetzt blo├č nicht doch noch krank werden!




Zeit totschlagen

Nicht einmal mehr eine Woche trennt mich nun von meinem ersten Marathon. Eigentlich m├╝sste ich so langsam aufgeregt werden. Aber komischerweise ist dies ├╝berhaupt nicht der Fall. Im Gegenteil: Ich w├Ąre froh, wenn die Zeit schneller vergehen w├╝rde. Dann m├╝sste ich mir nicht mehr Gedanken dar├╝ber machen, wie ich es schaffe mich bis dahin nicht mehr zu erk├Ąlten, zu verletzten oder den Lauf sonstwie zu gef├Ąhrden. Diese Gedanken sind eigentlich alles, was mich nerv├Âs macht.
Heute morgen habe ich mir einmal angeschaut, wo es denn hergehen soll. Als Landschaftslauf wird dieser Marathon wohl nicht in die Geschichte eingehen; aber hier komm‘ ich her, hier lauf‘ ich lang.

Den letzten richtigen Trainingslauf habe ich Samstag Mittag bei f├╝r mich viel zu hohen Temperaturen in praller Sonne absolviert. Vom Tempo her war ich mal wieder schneller unterwegs als es sich eigentlich angef├╝hlt hat. Da muss ich wohl n├Ąchstes Wochenende sehr drauf achten, nicht dass ich vom Drumherum angefixt losrenne und nach einer Stunde alles vorbei ist. Und Trinken ist wichtig. Obwohl ich am Samstag reichlich vorher getrunken hatte, war ich nach rund 50 Minuten schon v├Âllig entw├Ąssert. Ich kann nur hoffen, dass sich das Wetter f├╝r den Lauf am 18. Mai doch wieder um einige Grad abk├╝hlt. Bei dem Wetter ist das Laufen f├╝r mich eher Pflicht und Strafe denn angenehmes Vergn├╝gen.

Wie auch schon in den letzten Tagen werde ich auch in der kommenden Woche dann darauf achten vermehrt kohlenhydratreiche Sachen zu essen. Das Basism├╝sli von mymuesli hat sich zuletzt bew├Ąhrt – morgens zum Fr├╝hst├╝ck oder besonders gern nach einem Trainingslauf. Ob es sich positiv bemerkbar macht kann ich nicht sagen, zumindest aber fehlt es mir an nichts. mymuesliNun werde ich f├╝r die n├Ąchsten Tage noch auf das Powerm├╝sli umsteigen. Ich hoffe, es schmeckt genauso gesund wie das Basism├╝sli. Zu rund 65% aus Kohlenhydraten bestehend sollte das ja dann eine ganz gute Alternative zu Nudeln und Reis sein.




Das erkl├Ąrt einiges

Die letzen L├Ąufe waren merkw├╝rdig anstrengend. Bin ich etwa ausgelaugt? Aber wovon? Schlie├člich habe ich die letzten Wochen bei weitem nicht so viele Kilometer gemacht wie eigentlich geplant. Merkw├╝rdig ist es jedoch trotzdem. Denn bei jedem Lauf geht es eigentlich locker daher, nur kr├Ąftem├Ą├čig f├╝hlt es sich anstrengender an als sonst – obgleich ich doch vor mich hin schleiche wie immer.
Nun bin ich die letzten Male aber immer auf mir unbekannten Strecken gelaufen und habe die Streckenl├Ąnge anhand der ben├Âtigten Zeit kalkuliert, anstatt wie sonst den google-Pedometer zu Rate zu ziehen: Immer so ca. 6:00 min/km hatte ich gerechnet. Gestern dann aber mal wieder auf bekannten Pfaden schaute ich im Anschluss an gut 12 km auf die Uhr und stellte fest, dass der gem├╝tliche Lauf nicht in wie erwartet gut 1:12 h vorbei war, sondern bereits nach knapp 1:06 h. Irgendwie hat sich mein Laufschritt ver├Ąndert, ohne dass ich es bemerkt habe. Mir kommt es n├Ąmlich immer noch sehr langsam vor. Da ist es kein Wunder, dass das Laufen anstrengender wird, wenn man 30 Sekunden pro Kilometer schneller unterwegs ist als normal.
Ich muss wohl die zuletzt gelaufenen Strecken doch noch nachtr├Ąglich ├╝berpr├╝fen, wahrscheinlich habe ich den ein oder anderen Kilometer mehr gelaufen, als ich angenommen habe.

Mir stellt sich nat├╝rlich jetzt die Frage, wo diese Steigerung herkommt. Obwohl als anstrengender wahrgenommen (wenn auch nur w├Ąhrend des Laufs selber) habe ich doch keine anderen Folgen dadurch gesp├╝rt: keine Probleme mit den zuletzt sehr anf├Ąlligen F├╝├čen, keine Muskelprobleme oder sonstiges.
Vielleicht hat ja sogar der 35km Lauf dazu beigetragen. In einem Buch zum Thema „schneller werden“ habe ich gelesen, dass sich Geschwindigkeit trainieren l├Ąsst, ohne schnell zu laufen. Die entsprechenden Muskeln werden n├Ąmlich trainiert, wenn die anderen Muskeln im Verlauf sehr langer L├Ąufe m├╝de werden.

Nicht unwichtig ist dann aber auch die Ern├Ąhrung. Im Hinblick auf den nahenden Marathon bin ich bereits dabei, meine Ern├Ąhrung auf mehr und mehr Kohlenhydrate umzustellen. Viel Nudeln zum Beispiel. Oder auch M├╝sli. Ich habe ja mittlerweile das Basism├╝sli von mymuesli.com zu meinem Ern├Ąhrungsplan hinzugef├╝gt. Lecker ist es, soviel kann ich schon sagen. Und wohl auch nicht schlecht f├╝r die Tagesform, wie sich an den letzten L├Ąufen erkennen l├Ąsst. Mehr dazu aber dann beim n├Ąchsten mal.