Archiv der Beiträge von Juni 2008

Vize!

Kein Gerede vom ewigen Zweiten. Kein Schlechtreden eines zweifellos erfolgreich verlaufenen Turniers. Nach reichlich Mitfiebern, ein wenig EnttĂ€uschung und dennoch viel Freude geht an dieser Stelle mein GlĂŒckwunsch an die Nationalmannschaft zum zweiten Platz bei der Europameisterschaft 2008!
Die beste Analyse des deutschen Spiels hat wie ich finde ĂŒbrigens ein Brite geliefert:

„They play a sort of well-edited version of English football; without the panic, the need-to-impress and the penalty shoot-out phobia. When they entertain it’s accidental; when they win it’s deliberate.“ (Quelle)

In diesem Sinne: Auf zum WM 2010!




Dieses Mal aber wirklich!

Dehnen – oder wie man heute sagt: Stretching – ist total wichtig, wenn man Sport macht. Die Muskeln, die man sich durch mĂŒhsames Lauftraining aufbaut haben angeblich die Angewohnheit, sich zu verkĂŒrzen, sobald sie erst einmal richtig da sind. Und wenn man ganz viel trainiert aber niemals dehnt, kann man irgendwann nicht einmal mehr aufrecht stehen, weil sich alle hart erkĂ€mpften Muskeln so kurz gemacht haben, dass man nicht mehr die Beine strecken kann. Stretching hilft nun dabei dieses unangenehme Schicksal zu vermeiden, an dem Millionen von LĂ€ufern herzhaft leiden. Das sagt ĂŒbrigens auch jeder Lauf-Ratgeber ab 3,95 € aufwĂ€rts. Nun unterscheide ich mich vom DurchschnittshobbylĂ€uferidioten nur marginal; deshalb ließ sich meine bisherige Einstellung zu dem Thema  auch ganz gut mit den Worten von Achim Achilles widergeben: „Dehnen ist wie eheliche Treue. Eigentlich sollte man.“

Ich bin ja jetzt auch nicht mehr der jĂŒngsten einer und um die Rente mit 72 auch in einigermaßen guten Zustand zu erreichen muss man schon auf seinen Körper achten. Umso erstaunter bzw. geschockter war ich, als ich in letzter Zeit vermehrt Muskelprobleme bekam. Schnelle Antritte, lange LĂ€ufe, Lotussitz, … Ich kann zwar Marathon laufen, aber beim Treppen steigen herrscht höchste Muskelfaserrissgefahr!

Manch einer mag sich denken: Der ĂŒbertreibt da aber jetzt! Tu ich auch. Aber Probleme habe ich trotzdem. Bei den StandardĂŒbungen zeige ich die Dehnbarkeit und FlexibilitĂ€t einer Playmobilfigur. Höchste Zeit, da etwas dran zu Ă€ndern. Im Geiste sei heute also Silverster und mal wieder die Zeit der guten VorsĂ€tze. In Zukunft wird zum Laufen auch noch ein wenig gedehnt. Vielleicht – oder besser: hoffentlich – gehen dann auch die Muskelproblemchen wieder weg. Dieses Mal halte ich auch wirklich durch!




Kulturlauf

Das Wochenende ist fĂŒr mich zur guten Gelegenheit geworden einen ruhigen und langen Lauf zu absolvieren. Diesen Samstag bin ich allerdings nicht dazu gekommen. Daher ging es vier Wochen nach dem Marathon das erste Mal wieder an einem Sonntag zur Sache. Als Strecke hatte ich mir das Gebiet rund um Zeche und Kokerei Zollverein ausgesucht. Hier hatte ich bereits den letzten Silvesterlauf mitgemacht und kannte daher die VorzĂŒge dieser schönen Umgebung.

Training mit Kultur - Laufen am Weltkulturerbe ZollvereinBei warmen, dank etwas Wind aber sehr angenehmen Laufwetter ging es mit lockerem Tempo los. Dabei fiel mir wieder einmal auf, dass mein langsamer Laufschritt im Schnitt rund 15 Sekunden schneller ist als noch vor ca. zwei Monaten. Muskelzuwachs oder der wie ist das zu erklĂ€ren? Am Trainingsverhalten habe ich zumindest nichts geĂ€ndert. Davon ab lief es sich richtig schön. Besser wĂ€re es wohl nur noch geworden, wenn ich vor dem Lauf etwas getrunken hĂ€tte – in der zweiten HĂ€lfte des Trainings trocknete ich richtig aus. Daher war ich doch froh nach knapp zwei Stunden wieder zurĂŒck zu sein und den Körper nach dem ersten richtigen Lauf seit vier Wochen erholen zu können.

An dieser Stelle bietet sich dann auch endlich die Gelegenheit einen schon lĂ€nger geplanten Test eines SportgetrĂ€nks zu prĂ€sentieren: Kurze Zeit vor meinem Marathen erhielt ich von der Firma frubiase ein kleines Paket, das zwei ihrer SportgetrĂ€nke enthielt. Kurz vorm Wettkampf wollte ich keine Experimente mehr wagen also verschob ich den Test bis auf weiteres. Nach den letzten LĂ€ufen (vor allem unter Ausnutzung des warmen und damit besonders auslaugenden Wetters) testete ich aber nun die zwei Produkte der Linien „frubiase SPORT“ und „frubiase SPORT plus“.

FĂŒr danach: Frubiase SportWer sich fĂŒr die genauen Innereien interessiert, mag auf der Homepage des Herstellers nachschauen. Ich möchte vielmehr meinen persönlich gewonnenen Eindruck vermitteln und fasse die Inhaltsstoffe mal so zusammen: Alles, was wichtig ist.
Das normale frubiase SPORT kommt als Packung mit zwei Röllchen von je zehn Brausetabletten daher. Um die Dosierung braucht man sich also keine Gedanken zu machen. Die Tablette einfach in ein Glas mit Leitungswasser werfen reicht, die Blubberei wird nĂ€mchlich gleich mit geliefert. Als Gechmacksrichtung wird beim vorliegenden Objekt Apfelschorle angegeben. FĂŒr meine Begriffe etwas gewagt; hat das GetrĂ€nk mit dem natĂŒrlichen Geschmack von Äpfeln ungefĂ€hr so viel gemeinsam, wie die ApfelgummibĂ€rchen von Haribo. Ich persönlich halte es fĂŒr etwas sehr kĂŒnstlich, allerdings kann man es problemlos trinken. Es ist nicht so, als mĂŒsste man vor dem Geschmack davonlaufen; da habe ich schon deutlich schlimmeres getrunken.
FĂŒr das „SPORT plus“ hat man sich dann wohl auch gar nicht mehr die MĂŒhe gemacht irgendwie auf einen wiedererkennbaren Geschmack zu kommen. Es schmeckt genauso kĂŒnstlich wie alle anderen SportgetrĂ€nke am Markt auch. Allerings wird dieses Produkt als Instantpulver verkauft, man darf sich also seinen persönlichen Grad an Körperwiederherstellung zusammenmixen.
Beide Produkte leiden in meinen Augen etwas darunter, dass sie sich nicht wirklich vollstĂ€ndig auflösen und somit immer gewisses Maß an Zeugs im GetrĂ€nk herumschwimmt.

Aber wie ist die Wirkung? Nach sehr ermĂŒdenden und austrocknenden LĂ€ufen getrunken muss ich sagen, dass ich eine wesentlich belebenere Wirkung spĂŒre als beispielsweise nach den Standard-IsogetrĂ€nken vom Discounter (aber das darf man von einem ordentlichen SportgetrĂ€nk ja wohl auch erwarten). VertrĂ€glichkeitsprobleme habe ich zum GlĂŒck auch nicht festgestellt. Insofern bin ich sehr zufrieden mit den beiden Produkten und muss niemandem davon abraten, ebenfalls mal einen Test zu wagen.




Los geht’s

Nachdem ich mich nun auf ein neues langfristiges Ziel geeinigt hatte, drĂ€ngte es mich gestern danach wieder auf die Straße zu kommen. Bei angenehmer Temperatur ging es mal wieder auf meine altbekannte Strecke. Als kleines Update bleibt festzuhalten: Die Ziegen von letztens sind wieder weg, ebenso der Jurassic Park’sche Stromzaun. Der Weg geht allerdings immer noch als anspruchsvolle Crosslaufstrecke durch.

Frisch motiviert habe ich so gestern das erste mal seit dem Marathon wieder mehr als 15 km am StĂŒck gelaufen. Gemerkt habe ich davon in den Beinen nichts. Die Schwere, die Unlust, das Ich-will-nach-Hause der letzten Tage und Wochen ist komplett verschwunden. Erstaunlich, wie Körper und Geist reagieren, wenn man ihnen ein neues Ziel vor die Nase hĂ€lt.




Ziellos? Geht nicht!

Zehn Monate lang habe ich mit einem einzigen großen Ziel vor Augen Lauf um Lauf hinter mich gebracht. An guten Tagen ist das nicht wichtig. Dann lĂ€uft es sich auch so wunderbar. Aber wie oft ist man nicht in der richtigen Stimmung, körperlich nicht in Bestform, unmotiviert, gestresst, … Immer dann hat es mir unglaublich geholfen zu wissen, weshalb ich mich in die Laufschuhe und vor die TĂŒr quĂ€le: Ein Tag – ein Lauf an dem sich jeder Kilometer, den man egal ob gut oder schlecht, gelohnt hat.

Nach der Erholung von meinem Marathon war irgendwie die Luft raus. Relativ schnell hatte ich mich fĂŒr einen 10 km Volkslauf Anfang Juli in Duisburg angemeldet, um ĂŒberhaupt eine Motivation zu haben, mich gegen den mĂŒden Körper zu stemmen und bei viel zu hohen Temperaturen wieder ins Training einzusteigen. Doch so wirklich lief es anfangs nicht rund. Die Herausforderung fehlte.
Die neun Minuten, die mir fĂŒr einen Marathon unter vier Stunden fehlen? Verletzungsfrei lĂ€sst sich das wohl machen; von daher kein Ziel, fĂŒr das ich mich noch großartig verbessern mĂŒsste.

Und genauso, wie ich vor einem knappen Jahr zu Hause saß und mir ĂŒberlegte, was nach einem Halbmarathon noch kommen könnte, so hockte ich nun wieder zu Hause – unwissend, wofĂŒr ich mich nun wieder auf die Strecke schicke. Seit heute weiß ich es: Ich will mehr. 42,195 km sind mir nicht genug!

Der Grund ist relativ einfach: Das ewige Hetzen auf den 10er WettkĂ€mpfen macht zwar einigermaßen Spaß wenn man mit einer neuen Bestzeit nach Hause kommt – dem Lauf selber kann ich aber immer weniger abgewinnen. Ich finde es schlichtweg stressig.
Halbmarathon? Bisher nur eine versaute offizielle Zeit aus Duisburg, aber regelmĂ€ĂŸig in lockerem Schritt am Wochenende gelaufen. Sehr entspannend und eine fĂŒr die Beine sehr angenehme Distanz.
Marathon? Tolle Stimmung und ein angenehmes Lauftempo. Drei oder dreieinhalb Stunden lang ein absoluter Genuss. Erst danach wird es hart. Und im Ziel ist es die gekÀmpften Kilometer am Schluss wirklich wert.

Wenn mir das langsamere Laufen also liegt, warum dann nicht versuchen sich in dieser Richtung weiter zu entwickeln, anstatt Tempotraining zu bolzen, woran ich nur sehr bedingt Spaß finde? Anfang November findet in Bottrop ein 50 km Lauf statt. Ein neues Ziel, eine neue Herausforderung. Werde ich bis dahin genug laufen um eine solche Distanz realistisch angehen zu können? Das weiß ich nicht; aber das wusste ich im letzten Jahr auch nicht, als es um den Marathon ging. Versuchen will ich es auf jeden Fall. DafĂŒr kann ich nun wieder ruhige, lange LĂ€ufe absolvieren. Ganz so wie ich es mag.
Und wenn alles gut lÀuft, bin ich 2008 nicht nur Marathoni geworden, sondern hÀtte sogar noch die Chance einen Ultramarathon zu absolvieren. Das soll mein neuer Ansporn werden.




There and back again

Hin und wieder zurĂŒck - Laufen am MainUnter der Woche hatte ich die Gelegenheit nach Frankfurt zu kommen. Grund genug, um auch einmal in einer anderen Stadt die Laufschuhe zu schnĂŒren. Und so machte ich mich gleich zweimal auf, den Main ein StĂŒck weit entlang zu laufen.
Am Dienstag bei strahlendem Sonnenschein rund fĂŒnf Kilometer hin und anschrießend die gleiche Strecke auch wieder zurĂŒck. Unglaublich schnell ging es bei diesem Lauf voran – und das, obwohl ich zuletzt immer noch Marathonnachwirkungen gespĂŒrt hatte. Die 10,2 km beendete ich so bereits nach zĂŒgigen 52:30 min. FĂŒr eine normale Trainingseinheit nach meinen VerhĂ€ltnissen verdammt schnell.

Mittwochs dann eine betont langsame Laufrunde. Im Vergleich zum Vortag legte ich noch einmal gut zwei Kilometer drauf – dafĂŒr zĂŒgelte ich mich aber, was das Tempo anging. Im Vergleich zum vorigen Abend nieselte es ĂŒbrigens. Das Laufen war daher richtig entspannend nach den letzten LĂ€ufen, die ich in teils brĂŒtender Hitze hinter mich gebracht hatte. ErwĂ€hnenswert vielleicht noch die Tatsache, dass trotz nicht so guten Wetters Walker unterwegs waren. Das kenne ich aus der Heimat so gar nicht. Normalerweise verkriechen sich die Stöckchenzieher konsequent wenn die Sonne nicht scheint. Alle Achtung: Frankfurt, die Walker-Stadt.