Archiv der Beiträge von Januar 2009

Uninspiriert

Hannes hatte es vor kurzer Zeit schon einmal erw├Ąhnt: Zur Zeit ist in vielen (Lauf-)Blogs nicht viel los. Da kann ich mich auch kaum von lossagen. Zu uninspiriert bin ich im Augenblick und nicht st├Ąndig kann man besondere literarische Erg├╝sse zu Tastatur bringen. Nicht einmal die schon l├Ąnger geplante ├ťberarbeitung des Bloglayouts habe ich bisher hinbekommen. Es wird wohl dringend Zeit, dass der Fr├╝hling kommt und mal wieder die Lebensgeister weckt.

Viel erschreckender jedoch ist die Vorstellung, dass heute Nachmittag die Winterlaufserie in Duisburg startet. Eine klasse Veranstaltung, bei der ich auch im letzten Jahr ├╝ber 10 und 15 km sowie einen Halbmarathon dabei war. Doch w├Ąhrend ich die 2008er Ausgabe genutzt habe, um meinen bisher schnellsten Lauf ├╝ber 10 km (46:02 min) zu laufen, sind die Ziele f├╝r dieses Jahr doch etwas niediriger gesteckt. Immerhin ist der letzte Lauf ├╝ber die Distanz schon ein paar Tage her f├╝r mich; und die zuletzt absolvierten k├╝rzeren L├Ąufe haben jeweils gut Muskelkater hinterlassen. Somit steure ich wettkampftechnisch auf den (hoffentlich absoluten) Tiefpunkt zu: „Sub60“ klingt anspruchsvoll, ein Ankommen scheint nicht wirklich gesichert.
Die „Rote-Laterne-Zeit“ vom Rheinuferlauf im letzten Sommer bei schw├╝lhei├čem Wetter von 54:31 min kann heut wohl problemlos ├╝berboten werden. Aber aufgegeben wird nicht. Wenn schon so ein strahlender Sonnenschein f├╝r einen Wettkampf gegeben ist, sollte man das auch vern├╝nftig nutzen.




Eisl├Ąufer

Dass es in Deutschland im Augenblick relativ k├╝hl ist d├╝rfte den meisten ja mittlerweile aufgefallen sein. Zur Zeit sind es gesch├Ątzte -5 ┬░C. Perfektes Winterwetter also, wenn man die Sonne nebenher strahlen sieht. Nicht so angenehm ist jedoch, dass die Sonne tags├╝ber anf├Ąngt den Schnee zu tauen und das Wasser dann nachts wieder zufriert. Die Folge davon ist, dass meine waldige Winterlaufstrecke in der Zwischenzeit eher zur Eisbahn geworden ist. ├ťberall liegen die festgetretenen und vereisten Schneehaufen herum.

Das darf selbstverst├Ąndlich keine Ausrede sein um ums Laufen herumzukommen. Zumindest nicht an Sonntag Vormittag. Gestern abend habe ich meinen Lauf jedoch verschoben – das war mir bei diesen Wegverh├Ąltnissen im Dunklen dann doch etwas zu gef├Ąhrlich.

Unterwegs habe ich mich vorhin jedoch gewundert, wie viele L├Ąufer, Biker und auch Reiter auf Tour waren. Erkenntnis des Tages hierbei: Gruppensportler machen keinen Platz und gr├╝├čen auch nicht. Ob das alle-gegen-einen – Prinzip tats├Ąchlich so schlimm ausgepr├Ągt ist? Werde ich in Zukunft mal drauf achten.

Ansonsten war aber auch nicht viel los. Im Ergebnis habe ich mich eine knappe Stunde durch die Landschaft geschleppt. Gerne h├Ątte ich die Kondition gehabt einfach immer weiter zu laufen. L├Ąufer sind ja wie Hunde; haben immer einen riesigen Spa├č daran sich drau├čen im Schnee zu bewegen. Vielleicht morgen ja wieder…




Spurensuche

frozen treeHochmotiviert hatte ich das Jahr begonnen und trotz ziemlich kalten Wetters und einem Rest von Erk├Ąltung einen ersten Lauf hingelegt. Kurz, aber immerhin. Das Wochenende – und damit auch schon wieder die erste Kalenderwoche des Jahres – wollte ich dann aber doch noch mit einem halbwegs vern├╝nftigen Lauferlebnis beenden. Also am Sonntagabend noch schnell die Laufschuhe ausgepackt und raus auf die Stra├če. Der Schnee der Vortage hatte sich weitenteils gehalten und war den Nachmittag ├╝ber noch durch Neuschnee verst├Ąrkt worden. Das Ergebnis war eine immerhin zwischen zwei und vier Zentimetern dicke Schicht Pulverschnee.

Nach ein paar Minuten hatte ich mich wie immer an die Temperatur gew├Âhnt┬á und trabte langsam vor mich hin, allein ├╝ber eine verschneite Stra├če durch einen verschlafen wirkenden Wald. Ab und an scheuchte ich ein Kaninchen auf oder wurde von einem vorsichtig dahinschlitternden Fahrzeug ├╝berholt – ansonsten hatte ich die Wege weitenteils f├╝r mich.
So bot sich mir die Gelegenheit die verschiedenen Abdr├╝cke, mehr oder minder bereits wieder zugeschneit, zu begutachten: Grobprofilige Winterschuhe, flankiert von schmalen durchlaufenden Bahnen im Schnee. Nur ab und zu ein paar kleine Abdr├╝ckchen im Schnee – anscheinen war hier ein Mann mit seinem Kind mit einem Schlitten unterwegs gewesen. An anderer Stelle erkenne ich zweifelsfrei Laufschuhabdr├╝cke wieder – hat sich hier nicht lange vor mir jemand anderes auch seinen Freiraum drau├čen in der K├Ąlte erlaufen?

Irgendwann drehe ich um, folge nun meiner eigenen Spur wieder zur├╝ck. Mit jedem Schritt, ist weniger von dem noch zu sehen, was ich keine halbe Stunde zuvor in den Schnee gelaufen habe. Erstaunlich locker komme ich so nach einer guten Stunde und rund 10 km wieder zu Hause an. Gerne h├Ątte ich die Verfassung gehabt einfach noch weiter laufen zu k├Ânnen. Aber das muss ich mir in der n├Ąchsten Zeit erst wieder verdienen bzw. erarbeiten. Dann wird es zwar wohl kein Winter mehr sein, aber der n├Ąchste kommt bestimmt. Und dann vielleicht auch wieder mit der Gelegenheit auf Spurensuche im Schnee zu gehen.

Creative Commons License Foto: jc.westbrook




R├╝ckblick

Zu erst einmal euch allen ein frohes neues Jahr. Mag sich jeder realistische Ziele setzen, damit auch eine Chance besteht, die guten Vors├Ątze einzuhalten.

Die Notwendigkeit guter Vors├Ątze bringt mich vor allem zu einem R├╝ckblick auf das Jahr 2008. Auf den ersten Blick ein ziemlich beschissenes Jahr – zumindest aus sportlicher Sicht betrachtet. Ich muss mir im Blick auf das gesamte Jahr jedoch eingestehen: So schlimm war es gar nicht. Im Gegenteil. Ich denke es trifft viel eher die Frage zu, die sich Thomas D seinerzeit in einem seiner d├╝ster-traurigen Songs stellte: Ob man f├╝r jeden Tag im Himmel einen in der H├Âlle kriegt?
Es stimmt, in der letzten Zeit bzw. den letzten Monaten ist bei mir wirklich nicht viel zusammengelaufen (tolles Wortspiel). Doch vor einem Jahr habe ich angefangen, die richtig langen L├Ąufe zu absolvieren. Im Mai bin ich tats├Ąchlich einen Marathon gelaufen; eine Leistung, die mir zum jetzigen Zeitpunkt wieder so v├Âllig absurd unschaffbar vorkommt wie all die Jahre zuvor. Erst in der Mitte des Jahres ging es abw├Ąrts: Langwierige Krankheit, der Wechsel vom Studium in die Arbeitswelt und der damit verbundene Mangel an freier Zeit. Und zuletzt hatte ich noch einen extrem arbeitsreichen Dezember mit einer abschlie├čenden Erk├Ąltung, die mir jede Chance auf einen Halbmarathon oder Silvesterlauf zum Jahresende genommen hat.

Eine genaue Auswertung habe ich noch nicht vorgenommen; ich habe viele Ziele verfehlt und l├Ąuferisch wirklich eine miese zweite Jahresh├Ąlfte gehabt. Dennoch bleibt zun├Ąchst einmal eine Summe von gut 1.500 km in 2008 stehen, ein Marathon in gut vier Stunden, ein erster offiieller Halbmarathon und meine bisher schnellste Zeit auf 10 km. Alles also gar nicht so schlecht – zumindest im Jahresdurchschnitt betrachtet.

Im zweiten Halbjahr habe ich sogut wie alles wieder verloren, was ich mir in der ersten H├Ąlfte aufgebaut hatte. Klar, Erfolg ist leicht zu bekommt aber schwierig zu behalten – das gilt sicherlich auch, wenn man es auf die eigene k├Ârperliche Verfassung bezieht. Doch was ich vor etwa eineinhalb Jahren ernsthaft begonnen habe, sollte doch wieder machbar sein, oder? Wenn nicht, k├Ânnte ich meine Laufschuhe wegwerfen und diesen Blog f├╝r immer schlie├čen. Das soll ja nicht sein. Auch 2006 habe ich schon im Winter angefangen. Genau genommen am zweiten Januar. Vor genau drei Jahren habe ich meinen ersten gezielten – nicht nur aus Spa├č an der Freude begr├╝ndeten Lauf hinter mich gebracht. F├╝r die knapp 3 km habe ich seinerzeit knapp ├╝ber 20 Minuten gebraucht. H├Ątte ich im Sommer einen ernsthaften Versuch gewagt, w├Ąre ich auf 3000 m wohl auf 13-14 Minuten gekommen. Im Augenblick? W├Ąre ich mit 17 wohl zufrieden.

Dass es auch schlecht laufen kann, daran denkt man eigentlich nie – bis es soweit ist. F├╝r mich stellt dieser R├╝ckblick jedoch einen Ansporn dar. Ich sehe, wo ich schon ├╝berall war, was ich schaffen konnte. Wieviel Aufwand daf├╝r n├Âtig war und wie leicht er mir doch meist gefallen ist. Ein gesundes Mittelma├č sollte auch zuk├╝nftig wieder zu schaffen sein. Und was w├Ąre wohl ein besseres Datum daf├╝r als die Zeit der guten Vors├Ątze? Mein historischer 2.1.?