Archiv der Beiträge von Februar 2009

30 in 3

√úberm√ľtig wie ich es meistens bin, hatte ich mir am Samstag ja das Ziel gesetzt, √ľber Karneval 30 km zu laufen. Das wirkte auch gar nicht so schlimm, hatte ich zu Zeiten dieses Entschlusses doch gerade die ersten vierzehn Kilometer hinter mich gebracht. Der Muskelkater am Sonntag machte das Ganze dann zu einem ernsthafteren Anliegen. Dennoch ging es am Abend durch eine glatt zehn Kilometer lange Schlammschlacht. Die Erkenntnis des Tages war auf jeden Fall, dass man nach Sonnenuntergang im Wald die Schlamml√∂cher nicht mehr erkennen kann! Tja, so leicht kann man Lebenserfahrung sammeln.

Um dann aber tatsächlich meine 30 vollzumachen musste ich gestern abend dann noch mal auf die Piste. Nach dem Abenteuer am Vorabend nahm ich dieses Mal die Laufstrecke an der Straße entlang. Es lief sich zwar gut, aber trotzdem unglaublich anstrengend. Meine untrainierten Beinchen werden wohl noch den ein oder anderen Lauf benötigen, bis sie wieder mit solchen Belastungen umgehen können.

Im Ergebnis komme ich auf 30,1 km in insgesamt 3:04:40 h. Etappenziel erreicht. Und das Aufsummieren hat noch einen Vorteil: Man kommt endlich einmal wieder auf brauchbare Kilometerzahlen; so klingt das auf jeden besser als „Ich habe gestern abend kaum 6 km geschafft“. Auch Selbstbetrug will eben gelernt sein.




Immer wieder samstags

Auch wenn das nicht gerade w√ľnschenswert ist, so kann es doch vorkommen, dass ich es unter der Woche (mal wieder) nicht geschafft habe meine Laufschuhe zu schn√ľren und meinen eigentlich geplanten L√§ufen nachzukommen. Umso schwerer wird es dann jedoch samstags, wo ich (wenn ich schon einmal etwas l√§nger Zeit habe) meine Laufumf√§nge nach und nach steigern will. Einmal die Woche zu laufen ist ja bekannterma√üen nicht die optimale Grundlage um sich „mal eben“ von 10 km auf Halbmarathon zu steigern.

Problem an der Sache: Der Terminplan steht. Am 28. M√§rz werde ich 21,1 km laufen – am St√ľck wohlgemerkt. Damit das aber auch wie erhofft klappt, wird es langsam Zeit mal wieder ernsthaft zu trainieren. Entspannungslaufen hin oder her; wenn man nicht dahin geht wo es weh tut kommt man nicht weiter.
Und nachdem gestern bereits bei 14 km schon wieder eine relativ schmerzhafte Grenze meiner Kondition erreicht war halte ich es f√ľr sinnvoll einigerma√üen geplant an die verbleibenden f√ľnf Wochen bis zum Halbmarathon heranzugehen.

Flugs die diversen vor dem ersten Marathon beschafften L√§ufertrainingstipps-Unterlagen herausgekramt und einen Plan an m√∂glichen L√§ufen √ľber das doch recht enge Zeitfenster gelegt – immer unter der Ber√ľcksichtigung der reichlichen weiteren Termine, die etwaige abendliche Laufsessions verhindern k√∂nnten. Herausgekommen ist die Auffassung, dass drei bis vier L√§ufe pro Woche machbar w√§ren und theoretisch auch ausreichen sollten um mich so fit zu machen, dass ich ohne Sauerstoffzelt ins Ziel kommen kann.

Die kurzfristige Karnevalsplanung „30 km im in 3 Tagen“ (von gestern ausgehend) ist auch auf einem guten Weg; schlie√ülich habe ich gleich noch die Gelegenheit eine kleine Runde zu drehen. Zumindest hoffe ich, dass meine Beine mich nach dem gestrigen Lauf auch tragen wollen. Morgen dann zum Abschluss mal sehen ob ich tats√§chlich 30 km zusammengelaufen habe – oder vielleicht sogar noch mehr? Bereits gestern hat mich mein altbew√§hrter Stolz davon abgehalten vorzeitig aufzugeben. Ich lasse mir eben nur sehr ungern von meinem K√∂rper vorschreiben wie viel geht und wie viel nicht.




Viele Wege f√ľhren nach Rom

WaldlaufWenn man schon ein kleines W√§ldchen hinter dem Haus hat sollte man zumindest irgendwann einmal alle Wege kenne, die dort hinein, hindurch und hinaus f√ľhren. Grund genug also am letzten Samstag einen Lauf einzulegen, der den ein oder anderen unbekannten Abschnitt enthielt. Etwa einen Kilometer ging es sogar fast komplett offroad. Eine ganz unbekannte Erfahrung, nicht so gleichm√§√üig wie der sonst ewig gleiche Trott in dem an sonst (hoffentlich) stundenlang vor sich hinl√§uft.

Zwei Wochen zuvor war ich an gerade mal zehn Kilometern fast kaputt gegangen. Umso erfreulicher, dass ich gegen Ende des Lauf noch Elan und Puste hatte ein kleines Extra dranzuh√§ngen. Anstatt der mir fest vorgenommenen zw√∂lf Kilometer wurden es so 13,7. Nicht die Welt, aber immerhin. Okay, zugegebenerma√üen hatte ich den restlichen Tag ziemlich m√ľde Beine und auch etwas Muskelkater hinterher. Aber dass der Weg zu langen Strecken hart ist wei√ü ich seitdem ich ihn schon einmal gegangen bin. Das ist also nichts, was mich gro√ü erschreckt.

Jetzt muss ich nur noch unter Woche mehr Zeit finden L√§ufe zu absolvieren, damit ich samstags auch die Grundlage habe mich nach und nach zu steigern. Die 15 km in Duisburg am Ende des Monats denke ich sollten machbar sein. Der Halbmarathon Ende M√§rz macht mich dagegen schon noch etwas nerv√∂s. Schlie√ülich m√∂chte ich mich auch nicht mit h√§ngender Zunge ins Ziel schleppen oder die letzten Kilometer gehen m√ľssen.




Raus aus dem Elend

WaldlaufWie ich bereits erw√§hnte startete zum Abschluss des Januars die Winterlaufserie in Duisburg. Erwartungsgem√§√ü und trotzdem unangenehm: Meine Zeit von 57:40 min. W√§hrend ich im letzten Jahr gut zehn Minuten weiter vorn im Feld mit anderen wild hechelnd um die pers√∂nliche Bestzeit lief k√§mpfte ich dieses Mal ums Ankommen – umgeben von den sich munter unterhaltenden Wochenendausflugsl√§ufern. Dass das etwas deprimierend war muss ich wohl kaum sagen…

Umso entscheidender die Erkenntnis, dass ich die weiteren L√§ufe √ľber 15 bzw 21,1 km getrost abschreiben k√∂nnte, sollte sich in den n√§chsten vier bzw. acht Wochen nichts an meiner Form bessern. Dazu sind diese Distanzen einfach zu lang um sich durchzumogeln.

Nach einem von Muskelkater geplagten Sonntag startete ich so mit mit dem Ziel in die Woche, wenn schon nicht lang dann doch zumindest regelm√§√üig zu laufen. Herausgekommen sind so vier L√§ufe bis einschlie√ülich Sonntag mit immerhin 26,7 km und 2:39 h reiner Laufzeit. Den Abschluss bildete dabei ein ruhiger Lauf √ľber gut 9 km. Erw√§hnenswert deshalb, weil ich auf den letzten Kilometern endlich einmal auch wieder geistig zur Ruhe gekommen bin und abseits jeglichen „hoffentlich-reicht-die-Puste-auch-noch-f√ľr-den-n√§chsten-Schritt“-√Ąngsten die Gedanken schweifen lassen konnte. Ein sehr angenehmer Zustand. Und eigentlich auch das wesentliche Argument warum ich lange Strecken bzw. L√§ufe mag. Eine solche innere Ruhe wie beim Laufen erreiche ich ansonsten n√§mlich nur schwerlich.