Archiv der Beiträge von September 2009

Wie in alten Zeiten

Sich Ziele zu setzen ist in meinen Augen beim Laufen ein ganz wichtiger Aspekt. Denn auch sinnbildlich gesprochen will man beim Laufen doch immer irgendwo hin: L├Ąngere Strecken, schnellere Zeiten, Entspannung, Fitness. F├╝r Irgendetwas zieht man sich die Laufschuhe an. Doch wer sich ein Ziel setzt (ob im Geheimen oder ├Âffentlich) muss sich auch auf den Weg zum Erreichen dieses Ziels begeben. Andernfall ist das Ganze unglaubw├╝rdig. Ich habe mich in letzter Zeit oft selbst betrogen bzw. mit zu gut gemeinten Zielen unter Druck gesetzt. Daher hatte ich f├╝r meine zwei Wochen bzw. sechszehn Tage Balkonienurlaub heimlich, still und leise ein neues Ziel gesetzt, dass zwar knapp aber realistisch kalkuliert war.

W├Ąhrend meiner freien Zeit hatte ich mir vorgenommen 100 Kilometer zu erlaufen. Hier trifft wieder meine angenehme Vergangenheit mit der etwas bedr├╝ckenden Gegenwart zusammen: 50 Kilometer pro Woche waren zu Zeiten meiner Marathonvorbereitung nichts ungew├Âhnliches, eher das Minimum einer normalen Woche. Jetzt kalkuliere ich, dass ich bei 16 Tagen durchschnittlich 6,25 km erlaufen muss. Das klingt nicht viel, doch man kommt nun mal auch im Urlaub nicht jeden Tag zwingend zum Sport. Und 12,5 km im Nachholbedarf sind eine Distanz, die im Augenblick schon viel ist.

Nach einem schwachen Start direkt am ersten Wochenende bin ich meinem Ziel eigentlich permanent hinterher gelaufen. Zwar immer nur knapp und mit der Tendenz auf Kurs zu kommen, doch jeden Tag fehlten aufs neue die elenden 6,25 Kilometer.

Nach dem Lauf in der Fr├╝he gestern folgte heute Vormittag der Abschluss: Mit einer Runde von glatt neun Kilometern in gut 52 Minuten ├╝berschritt ich die virtuelle Ziellinie an der gro├č und wie mit breitem Grinsen „100“ stand. Mit den letzten Metern nach Hause hatte ich sogar noch 100,5 km daraus gemacht. So einfach wie sich das anh├Ârt war es zum Schluss allerdings nicht. Nach mittelschwerer Feier am gestrigen Abend fielen die Schritte heute m├Ąchtig schwer – nicht zuletzt auch wegen der ungewohnt vielen L├Ąufe in den letzten zwei Wochen. Ein wenig Erholung von dieser Anstrengung habe ich mir nun schon verdient.

Mit diesem Kraftakt der zwei Wochen habe ich zudem aber auch einen ganz wichtigen Schritt getan, um in diesem Jahr doch noch die 1000er Marke zu knacken, denn nach dem Lauf heute stehe ich bei 703 km in 2009 – und habe noch dreieinhalb Monate ├╝brig. Ich hoffe mich gesundheitlich fit halten zu k├Ânnen um mich diesem (f├╝rs Ego ganz wichtigen) Ziel widmen zu k├Ânnen.




Samstag

Wie kann man einen Samstagmorgen wohl am besten verbringen? Ausschlafen mit anschlie├čendem gem├╝tlichen Fr├╝hst├╝ck? Kann man, muss man aber nicht. Und so klingelte mein Wecker heute reichlich fr├╝h vor den Aufgaben des Tages um mich – entgegen dem oben geschilderten sanften Start in den Tag – erst einmal eine Runde durch die Dunkelheit des Morgens laufen zu lassen. N├╝chtern, kalt und ungem├╝tlich. Die Bedingungen f├╝r solche fr├╝hmorgendlichen L├Ąufe sind bei mir grunds├Ątzlich eher ung├╝nstig. Doch wer sch├Ân sein will muss leiden*. Also auf geht’s.

Auf halb f├╝nf hatte ich meinen Wecker heute morgen gestellt. Das Wachwerden klappte auch einigerma├čen und so machte ich mich mit gerade mal zehn Minuten Versp├Ątung von meinem Zeitplan ausgehend um 6:10 Uhr auf den Weg. Mittlerweile wird es morgens so sp├Ąt hell, dass ich exakt mit Einsetzen der D├Ąmmerung los lief. Erst nach einer guten halben Stunde (oder besser gesagt: 6 km) war es annehmbar hell. Die Zeit ben├Âtigte ich auch um in einen halbwegs komfortablen Laufschritt zu verfallen. Die fr├╝he Stunde erschwert das Finden eines geeigneten Rhythmus.

So wie die Sonne aufging nahm meine Verfassung sp├╝rbar ab. Als es nach etwa acht Kilometern vollst├Ąndig hell war, war zwar meine Unsicherheit allein im dunklen Wald unterwegs zu sein verschwunden, ebenso jedoch auch jegliches Bisschen Energie in meinen Beinen. So schleppte ich mich mehr als das ich lief die letzten Meter nach Hause um ersch├Âpft nach 10,14 km in 1:02 h zu Hause anzukommen. Es ist halt doch ein Unterschied, ob man nach einem entspannten Tag abends eine ruhige Runde abspult oder mit beginnendem Tag sich n├╝chtern durch den Wald treibt.

Eine warme Dusche und einen noch w├Ąrmeren Tee hatte ich mir anschlie├čend sowohl verdient als auch geg├Ânnt. Das Gute an solchen L├Ąufen ist, dass man sich zu realtiv fr├╝her Uhrzeit am Tag schon richtig fit f├╝hlt und mit dem Wissen etwas geleistet zu haben in den Tag startet. Nicht zuletzt das ist es, was mich immer wieder zu solch einer Untat antreibt.




Gedankenverloren

Gestern war Pause angesagt und selbst den Tag davor hatte ich mit gerade mal acht lockeren Kilometern nicht gerade eine Riesenleistung vollbracht. Die Beine waren also wieder einigerma├čen frisch als ich mich gestern abend gegen 18:30 Uhr aufmachte um eine Runde durch die ├Ârtliche Haldenlandschaft zu laufen. Die letzten beiden Wochen haben mir wohl wieder einen kleinen Fortschritt verpasst, denn im Ergebnis war ich l├Ąnger unterwegs als geplant – und trotzdem war es gar nicht so schlimm.

Eigentlich hatte ich mir eine Stunde lockeren Laufens vorgenommen. Aber den Tag ├╝ber hatte ich eine Menge gegr├╝belt und hatte daher das Bed├╝rfnis den Kopf einfach mal richtig frei zu bekommen. Unterwegs schwenkte ich also von meinem ├╝blichen Kurs ab und machte noch eine Extradrunde um die Bergehalde. Das Extra von 3,9 km bemerkte ich kaum, stetig war der Schritt und ich geistig weitgehend in Gedanken versunken w├Ąhrend ich ab und an mit einem Blick in die Umgebung feststellte, wie weit ich schon wieder voran gekommen war.

Gegen Ende wurden die Beine erneut ziemlich m├╝de, aber ich wills ihnen nicht ver├╝beln, schlie├člich haben sie eine solche Distanz schon lange nicht mehr bew├Ąltigen m├╝ssen. Denn die insgesamt 13,9 km habe ich das letzte mal Mitte Juli ├╝bertroffen, bei meinem ersten Lauf mit den neuen Asics. Bei der Gelegenheit stelle ich mal wieder fest wie schnell die Zeit vergeht. Zwei Monate habe ich die Schuhe nun schon. Das Jahr ist bald um und ich komme definitiv in Herbststimmung. Die Luft roch gestern Abend auf jeden Fall schon sehr danach. Es f├╝hlte sich auch k├╝hl an – trotz der 17 Grad, weshalb ich mich sogar f├╝r eine kurze Tight entschied. Wenigstens kann ich mich gl├╝cklich sch├Ątzen wieder einen sch├Ânen Lauf absolviert zu haben.

Gestern war Pause angesagt und selbst den Tag davor hatte ich mit gerade mal acht lockeren Kilometern nicht gerade eine Riesenleistung vollbracht. Die Beine waren also wieder einigerma├čen frisch als ich mich gestern abend gegen 18:30 Uhr aufmachte um eine Runde durch die ├Ârtliche Haldenlandschaft zu laufen. Die letzten beiden Wochen haben mir wohl wieder einen kleinen Fortschritt verpasst, denn im Ergebnis war ich l├Ąnger unterwegs als geplant – und trotzdem war es gar nicht so schlimm.

Eigentlich hatte ich mir eine Stunde lockeren Laufens vorgenommen. Aber den Tag ├╝ber hatte ich eine Menge gegr├╝belt und hatte daher das Bed├╝rfnis den Kopf einfach mal richtig frei zu bekommen. Unterwegs schwenkte ich also von meinem ├╝blichen Kurs ab und machte noch eine Extradrunde um die Bergehalde. Das Extra von 3,9 km bemerkte ich kaum, stetig war der Schritt und ich geistig weitgehend in Gedanken versunken w├Ąhrend ich ab und an mit einem Blick in die Umgebung feststellte, wie weit ich schon wieder voran gekommen war.

Gegen Ende wurden die Beine erneut ziemlich m├╝de, aber ich wills ihnen nicht ver├╝beln, schlie├člich haben sie eine solche Distanz schon lange nicht mehr bew├Ąltigen m├╝ssen. Denn die insgesamt 13,9 km habe ich das letzte mal Mitte Juli ├╝bertroffen, bei meinem ersten Lauf mit den neuen Asics. Bei der Gelegenheit stelle ich mal wieder fest wie schnell die Zeit vergeht. Zwei Monate habe ich die Schuhe nun schon. Das Jahr ist bald um und ich komme definitiv in Herbststimmung. Die Luft roch gestern Abend auf jeden Fall schon sehr danach. Es f├╝hlte sich auch k├╝hl an – trotz der 17 Grad, weshalb ich mich sogar f├╝r eine kurze Tight entschied. Wenigstens kann ich mich gl├╝cklich sch├Ątzen wieder einen sch├Ânen Lauf absolviert zu haben.




acht null neun

Der August ist zu Ende und damit kommt die Zeit zur├╝ck zu schauen und zu ├╝berpr├╝fen, ob sich der Monat aus l├Ąuferischer Sicht gelohnt hat oder (wieder einmal) ein Reinfall war. In der ├ťbersicht wird deutlich: Viel ist nicht los gewesen, weder was einzelne L├Ąufe noch was die gesamte Leistung im Monat August angeht. Doch verkriechen lohnt sich nicht – da muss man sich schon mit besch├Ąftigen um zu sehen, was in Zukunft besser gehen kann.

Etwas positives gibt es aber vom August in jedem Fall zu berichten: Ich habe seit der Winterlaufserie zu Beginn des Jahres endlich mal wieder an einem Wettkampf teilgenommen. Der Lauf war damit aber auch gleichzeitig einziger H├Âhepunkt in einem ansonsten sehr mittelm├Ą├čigen Monat. Das ist zwar nicht viel, aber immerhin etwas, dass an das ich mich im Guten an den August erinnern kann.

Einigerma├čen regelm├Ą├čige L├Ąufe habe ich hinbekommen: Immerhin acht mal war ich unterwegs, was rund zwei mal die Woche bedeutet. Ein Schnitt, der in arbeitsreicher Zeit kaum besser hinzubekommen ist.
Weniger sch├Ân dagegen die Distanzen der L├Ąufe: Zwar habe ich mit 5 x 10 km die Kondition f├╝r meine Standardrunde aufgebaut und gehalten, aber mehr war dann doch nicht drin. Das ist schade. Vor allem, wenn man bedenkt dass die restlichen L├Ąufe von ihren Umf├Ąngen doch eher zu vernachl├Ąssigen waren. So komme ich im Ergebnis gerade mal auf 67,1 km f├╝r den gesamten Monat.

Was mich vor allem st├Ârt: Au├čer locker vor mich hinlaufen (den Wettkampf einmal ausgenommen – und der war zwar schneller als normal, jedoch auch entspannt gelaufen) habe ich keine gro├čen Trainingsreize setzen k├Ânnen. Kein Tempolauf, keine Intervalle und von einem langen Lauf ganz zu schweigen. Da ist noch viel Luft nach oben. Vielleicht sollte ich mir mal wieder das gro├če Laufbuch zur Hand nehmen und mich inspirieren lassen.

Um mich mit Schulnoten zu bewerten – dieser Monat war eine 3 minus. Und das auch nur, weil die eigentlich verdiente 4+ etwas demotivierend w├Ąre. Da muss ich doch mal den P├Ądagogen heraush├Ąngen lassen und festhalten: Ich habe mich bem├╝ht.




Zu viel des Guten

Die letzten Tage waren richtig fordernd f├╝r meine entw├Âhnten Beine: Am Sonntag ging es bei einem Tagesausflug nach Damme in Niedersachsen ganze 18 km um den D├╝mmer. Ein Spaziergang, den ich mit meiner Liebsten vor gut zwei Jahren bereits einmal hinter mich gebracht hatte. Das bedeutete im Umkehrschluss jedoch, dass den Tag ├╝ber eigentlich keine Zeit blieb um eine Runde zu laufen. Was kann man da tun? Richtig, vers├Ąumtes muss man aufholen!

So kam ich auch gestern zu dem Entschluss, dass ein Training von einer Stunde nicht ausreichend sein w├╝rde und ich zumindest ein paar Minuten anh├Ąngen m├╝sse. Entschieden habe ich mich letztlich zu einer Einheit von 11,9 km L├Ąnge, die ich in immerhin akzeptablen 1:11 h trotz leicht m├╝der Beine vom Vortag hinter mich brachte.

Heute ging dann aber irgendwie nichts mehr. Den ganzen Tag f├╝hlten sich die Beine an, als h├Ątte ich gestern einen Marathon (okay, ├╝bertrieben), zumindest aber einen fordernden Halbmarathon hinter mich gebracht. Wieder einmal erschreckend, welch eigentlich geringe Leistungen meinerseits deutliche Spuren am und im K├Ârper hinterlassen.
Auf jeden Fall blieb mir so nicht viel anderes ├╝brig als das Pensum f├╝r heute auf ein Minimum herunter zu schrauben. Acht Kilometer im Sonnenuntergang nach einem sp├Ątsommerlichen (zur├╝ck ist der Optimismus!) Tag. Angekommen bin ich gegen halb neun und kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern, wann ich in den letzten Monaten in solch dunkler Umgebung gelaufen bin wie zum Ende des Laufs heute. Das muss irgendwann im Fr├╝hling gewesen sein, als die Tage noch kurz waren. Nun sind sie wieder kurz (Optimismus: Ende.)

Als Fazit kann ich festhalten, dass ich langsam aber sicher nach den diversen L├Ąufen und damit verbundenen Anstrengungen der letzten Tage an der Grenze meiner derzeitigen Leistungsf├Ąhigkeit angelangt bin. Die Beine brauchen recht lang, um sich von L├Ąufen jenseits (und seien es auch nur ein, zwei Kilometer) der Stundenmarke zu erholen. Auf der anderen Seite freue ich mich aber wie ein kleines Kind, dass ich endlich einmal wieder einen angestrengten K├Ârper habe. Viel zu selten kam es in den letzten Monaten dazu. Denn nur wer sich fordert, kann sich verbessern. Das ewig gleiche Abspulen dessen was man kann wird keine Verbesserung bringen.




Jahreszeitenwechsel

Joggen oder Laufen? Halb voll oder halb leer? Sp├Ątsommer oder aufkommender Herbst? Fragen, deren Beantwortung wohl von der Einstellung des Befragten abh├Ąngt. Im dritten Beispiel neige ich im Augenblick jedoch zur Herbstvariante. 14 Grad, f├╝r hiesige Verh├Ąltnisse windiges Wetter und immer wieder Regen lassen in mir nicht wirklich ein Gef├╝hl von Sommer entstehen. Doch das muss grunds├Ątzlich nichts schlechtes sein, denn die kalte Jahreszeit ist oftmals zwar nicht so angenehm wie warme Sommertage, l├Ąsst mich erfahrungsgem├Ą├č aber schneller laufen.

Nach meinem Lauf ├╝ber gut zw├Âlf Kilometer am Mittwoch brauchten meine Beine dann mal wieder einen freien Tag zur Erholung. Zu ungewohnt ist wohl solch regelm├Ą├čige Belastung. Zudem bin ich in der letzten Zeit seltenst mehr als eine Stunde am St├╝ck gelaufen, so dass die Strecke allein auch schon fordernder ist als ich es mir eigentlich eingestehen m├Âchte.

Am gestrigen Freitag hatte ich mir aber eine erneute Einheit vorgenommen und auch dieses mal sollte eine Steigerung drin sein. Nach einem nachmitt├Ąglichen Regenschauer ging es dann los. Die Luft hatte sich sp├╝rbar abgek├╝hlt und ich hatte mich f├╝r zweischichtig obenrum entschieden. Das war wohl richtig, denn erstens hielt dies die Reste des Regens zun├Ąchst einmal vom K├Ârper fern und zweitens hatte der Wind nicht so leichtes Spiel mich abzuk├╝hlen. Kein Wunder also, dass Herbstgef├╝hle aufkamen.

Der Lauf an f├╝r sich war relativ ereignislos: Den kurzen 4-km-Weg zu meiner ├╝blichen „Wendelaterne“ und auf dem R├╝ckweg einmal um die ├Ârtliche Halde gelaufen. Laut guglm├Ąps insgesamt 12,9 km. Die eigentliche ├ťberraschung folgte erst bei der anschlie├čenden Wegmessung am Rechner, denn bei einem St├╝ck des Weges hatte ich ernsthafte Zweifel ob ich ├╝berhaupt dort entlang gelaufen bin: Ich war w├Ąhrend des Laufs scheinbar geistig so abwesend gewesen, dass ich mich nicht mehr daran erinnern konnte. Diese Erfahrungen hatte ich sonst nur bei l├Ąngeren L├Ąufen gemacht, wenn man irgendwann in seinem einsamen und immer gleichen Trott voran l├Ąuft. Immerhin hatte ich hier nun einen Aussetzer von rund drei Kilometern!

Nach 1:16 h war ich dann zu Haus und insbesondere meine Oberschenkel freuten sich dar├╝ber.┬á Die Distanz ist im Augenblick wohl das H├Âchste der Gef├╝hle. Da hiflt nur dranbleiben.




Schucheck

Knapp zwei Monate ist es her, da habe ich mir geg├Ânnt. Nach Laufbandtest und reichlich Anproben hatte es der Cumulus 11 von Asics an meine F├╝├če geschafft. Mittlerweile habe ich 143 Kilometer mit den Tretern hinter mich gebracht.
Da wird es Zeit f├╝r einen Schuh-Check: Wie sind die Schuhe so? Und hat sich der Kauf gelohnt? Aber vor allem: Bin ich zufrieden?

Vor gut einer Stunde war ich mit den Schuhen noch unterwegs. Nach dem recht anstrengenden Lauf gestern gab’s heute nur eine kurze Runde von 6,2 km. Daf├╝r hatte ich dieses Mal unseren Hund dabei. Normalerweise ist der nicht wirklich f├╝rs Laufen zu gebrauchen aber f├╝r die gute halbe Stunde heute musste er dran glauben. F├╝r ihn bin ich auch extra langsam gelaufen und hatte somit ausgiebig Gelegenheit die Eigenschaften der Schuhe zu begutachten.

Wie Asics es schafft Schuhe zu produzieren, die sich nicht nur anf├╝hlen als w├╝rden sie an jeder Stelle richtig passen, sondern vielmehr als w├Ąren sie um die F├╝├če herum gebaut worden, wei├č ich nicht. Fakt ist aber, dass ich mich noch in Schuhen von keinem anderen Hersteller so wohl gef├╝hlt habe wie in den verschiedenen Paaren, welche ich bisher von Asics besessen habe.

Nach beinahe 150 Kilometern erwarte ich von einem Schuh eigentlich, dass er sich immer noch „frisch“ anf├╝hlt, d. h. er keine wesentlichen Verschlei├čerscheinungen hat. Vor allem nicht am Crash Pad, wie es h├Âchstoffiziell wohl hei├čt. Und hier kann ich voll und ganz zufrieden sein. Zwar komme ich nicht mit vollen Gewicht am hinteren Teil des Schuhs auf, was den Verschlei├č dort wohl grundlegend verlangsamen d├╝rfte, doch kann ich bei Belastung nichts andres als einen weich d├Ąmpfenden Geleinsatz bemerken. So sanft kommt man meinem Empfinden nach nur mit Schuhen von Asics auf.

Doch auch sonst kann ich nicht viel Verbrauchtes am Schuh feststellen: die Sohle ist erwartungsgem├Ą├č glatt geschabt, das Profil an sich hat aber noch keine wirklichen Abriebe erfahren. Wenn ich hier an das Radiergummi meiner Adidas denke, wo das Profil nach rund 400 km an einigen Stellen praktisch weg war… Hier scheint das Materials etwas langlebiger zu sein, doch so viel haben die Schuhe ja noch nicht erlebt.

Dank Einsatz w├Ąhrend der Sommermonate ist die Optik immer noch gut; Verf├Ąrbungen lassen sich nicht vermeiden, doch gro├če Schlammschlachten haben die Schuhe bisher auch noch erfahren m├╝ssen. Die Probephase hat Asics bei mir damit erneut ├╝berstanden, denn sp├Ątestens jetzt h├Ątte ich das Paar im Zweifelsfall als Fehlkauf abstempeln m├╝ssen. Doch zu meckern gibt es nichts. Abgesehen vielleicht vom Preis. Zwar mag Qualit├Ąt durchaus ihren Preis haben, doch 120 Euro sind f├╝r ein Paar Schuhe schon eine Menge Geld. Umgerechnet hat mich jeder Kilometer mit den Schuhen bisher 84 Cent gekostet, der heutige Lauf somit 5,21 Euro. Nat├╝rlich mit der fallenden Tendenz, doch Laufen als „billigen“ Sport zu bezeichnen ist in meinen Augen falsch. Denn mit den Schuhen ist es im Zweifelsfall ja nicht getan: Wer sich mal ein Markenfunktionshirt oder ├Ąhnliches gekauft hat, wei├č wie sich die Kosten l├Ąppern.

Fazit: Ich steh‘ auf Ascis. Jahre der Erfahrung in der Schuhentwicklung scheinen nur f├╝r mich angesammelt worden zu sein.




Ern├Ąhrungsfrage

Wie wichtig eine durchdachte Ern├Ąhrung f├╝r die Leistungsf├Ąhigkeit ist sollte jedem bewusst sein bzw. werden, der einmal ernsthaft ├╝ber dieses Thema nachdenkt. Unbeabsichtigt habe ich die letzten zwei Tage an einem Feldversuch teilgenommen, der gezeigt hat wie sehr sich die Auswahl der Lebensmittel auf die Trainingsleistung niederschl├Ągt. Wo ich das Ergebnis zwischen „schockierend“ und „muss ja nicht nur darauf zur├╝ckgehen“ einordnen soll, wei├č ich noch nicht genau. Bermerkenswert ist es jedoch trotzdem.

Zur Erkl├Ąrung: Ich habe am Montag abend lecker gegessen. Das alleine ist nat├╝rlich noch nicht so entscheidend, schlie├člich esse ich ├Âfter lecker, sonst w├╝rde sich der Aufwand ja meist nicht lohnen. In diesem Fall sollte es jedoch h├Âchst gesunde Selbstbau-Burger geben: mit viel Fleisch, Alibisalatblatt und nat├╝rlich Pommes in Mengen der Kartoffeljahresernte eines ostfriesischen Kleinbauern. Da mich dieses Essen gef├╝hlte drei Kilo hat zunehmen lassen musste ich am Dienstag mal wieder eine Runde Laufen.
Mit dem Essen des Vortags und nur wenig am Tag selbst im Magen f├╝hlten sich die ersten Meter Kilometer an, als wollte ich nach einem langen Lauf noch schnell eine Tempoeinheit dranh├Ąngen. Die Beine waren schwer und leer jeglicher Energie. Erst nach rund sechs Kilometer langsamen vor sich hin Schleichens kam ich allm├Ąhlich in gewohnten Trott und konnte das Tempo so weit erh├Âhen, dass ich im Mittel immerhin noch auf einen 6 min/km Schnitt auf den zehn Kilometern kam.

Abends gab es dann (schon wieder lecker; ich leb‘ aber auch gut) gebratenen Reis mit Gem├╝se. Zum Fr├╝hst├╝ck des heutigen Tages auch noch M├╝sli. Und wie lief es sich als ich nachmitags die Laufschuhe schn├╝rte? Richtig gut. Ohne mich belastet zu f├╝hlen lief ich die ersten Kilometer im 5:30er Schnitt. Schlie├člich musste ich mich sogar etwas z├╝geln, um mich nicht v├Âllig sinnlos auszupowern, denn eigentlich wollte ich nur eine gem├╝tliche Runde in dem Teil des Waldes ableisten, in dem ich zu Fu├č sonst nicht so oft unterwegs bin. Am Ende hatte ich nach 12,3 km entspannte 1:09:32 h auf der Uhr.

Und die Moral von der Geschicht‘? Nichts, was ich nicht schon vorher wusste, doch gerne mal wieder selbst erlebt habe: Ohne eine vern├╝nftige Ern├Ąhrung l├Ąsst sich Sport auch in kleinem Rahmen einfach nicht vern├╝nftig betreiben.