Archiv der Beiträge von November 2009

Ins Wasser gefallen

Nein, entgegen der hier gewĂ€hlten Überschrift habe ich nicht eine Ausrede gefunden, aufgrund des Wetters nicht laufen zu gehen. Im Gegenteil: Selten habe ich eine Überschrift so wörtlich gemeint. Denn der ĂŒber den Sommer ausgetrocknete Wasserlauf im hiesigen Wald fĂŒhrt wieder Wasser. Teils in ungewohnten Bahnen, da die Sommerunwetter einige BĂ€ume derart ungĂŒnstig auf Wege und die ausgetretenen Pfade haben fallen lassen, dass man nun an unĂŒblichen Stellen zur WasserĂŒberquerung gezwungen ist. Beim Sprung von einem provisorisch ausgelegten Ast zum nĂ€chsten bin ich abgerutscht (warum auch Trailschuhe anziehen, die machen sich sauber im Schrank besser…) und nur aufgrund guter Reflexe nicht vollends im Wasser gelandet.
Aber ich bin ja nicht aus Zucker. Wasser trocknet wieder, mir ist nichts passiert und so bin ich lediglich um eine amĂŒsante LĂ€uferanekdote reicher. Am Ende hat es so sogar noch zu 9,2 km in knapp einer Stunde gereicht. Eine Laufeinheit, die sicherlich im GedĂ€chtnis bleiben wird.




Gute Momente

Eine lange Weile war an dieser Stelle nichts mehr zu lesen. Viel zu lange. Bedauerlicherweise sogar dermaßen lange, dass es seit Bestehen dieses Blogs erstmalig ein Monatsarchiv nicht geben wird: Das des Oktobers 2009. Über die Wochen der sportlichen und bloggenden InaktivitĂ€t möchte ich weitgehend den Mantel des Schweigens hĂŒllen. Nach den wunderbaren Lauferfahrungen wĂ€hrend meines Urlaubs fing eine Ă€ußerst intensive Phase an, die mich bis zuletzt weitgehend von AktivitĂ€ten abseits der Pflichten des Arbeitslebens ferngehalten hat. Doch nun möchte ich erneut meine Runden drehen – und wie gewohnt hier mein Tagebuch des LĂ€uferlebens fĂŒhren.

Je lĂ€nger man das Laufen lĂ€sst, desto leichter fĂ€llt einem die Überwindung eben dazu. Nach einer Weile macht man sich keine Gedanken mehr darĂŒber, dass einem das GefĂŒhl des Laufens fehlt. Erst in dem Moment, in dem man in seinen Laufklamotten aus der HaustĂŒr tritt und die ersten Schritte in kĂŒhler Herbstluft macht, kehrt dieses GefĂŒhl zurĂŒck. Man merkt, dass die Zeit ohne Laufen falsch war, auch wenn sich dieser Umstand nicht wirklich Ă€ndern ließ.

Am letzten Wochenende war ich bereits zwei mal unterwegs. Abseits der Wege, quer durch den Wald. Zwar immer nur rund eine halbe Stunde, dafĂŒr jedoch in direktem Kontakt mit der Natur. Teils sogar bei strömendem Regen, der die eigene Leistung gleich noch einmal besonders wertvoll erscheinen lĂ€sst. Am Mittwoch dann konnte ich mich sogar zu einer sehr frĂŒhen Runde bewegen. Gut eine halbe Stunde in der frischen Luft des Morgens noch lange vor Sonnenaufgang.

MerkwĂŒrdigerweise hatte ich nach keinem dieser LĂ€ufe Muskelkater oder sonstige Nachwehen, die ich sonst von LĂ€ufen nach einiger Zeit der Sportabstinenz gewohnt bin. So konnte ich sogar am Donnerstag wieder eine Runde drehen. Dieses Mal etwas lĂ€nger, es wurden schon gut 6 km. NatĂŒrlich ist dies keine ĂŒberwĂ€ltigende Distanz, doch selten habe ich mich nach solch kurzen Laufrunden so wohl gefĂŒhlt.

VorlĂ€ufiger Höhepunkt: Der gestrige Lauf ĂŒber acht Kilometer. Obwohl jetzt schon Mitte November ist, hatte es 16 °C. Grund genug, noch einmal in kurzen Sachen zu laufen. Ungewöhnlich fĂŒr diese Jahreszeit, doch ein gutes GefĂŒhl. Eine Uhr hatte ich zu Hause gelassen, es sollte mir nicht um eine bestimmte Zeit auf dieser Strecke gehen. Stattdessen hatte ich bei all diesen LĂ€ufen meinen MP3 Player dabei. Ich bin niemand, der beim Laufen Musik hört – denn mir bringt der Takt immer die Atmung durcheinander. Doch gegen HörbĂŒcher habe ich bei meinen Laufrunden nichts. Im Gegenteil: Diese können einen auf langen und schweren Kilometern ablenken, wenn die eigene Kondition nicht den AnsprĂŒchen der ausgesuchten Laufstrecke entspricht (was bei mir doch des Öfteren vorkommt). Der Deal ist denkbar einfach: Die Geschichte geht nur weiter, wenn ich laufe. So ich guter Hoffnung, bald zu hören wie es weiter geht.