Archiv der Beiträge von Dezember 2009

Silvesterlauf

Eigentlich hatte ich mir f├╝r dieses Jahr mindestens noch einen offiziellen Lauf vorgenommen. Der Silvesterlauf lag mir schon seit l├Ąngerem im Auge, doch nach einigen Halsschmerzen in den letzten zwei Wochen hatte ich mich entschieden mich – wenn ├╝berhaupt – nur kurzfristig anzumelden. Dann folgte vorgestern der Selbstwertgef├╝hl vernichtende Lauf, bei dem ich bereits auf dem dritten Kilometer die F├╝├če zwingen musste weiterzulaufen. Wie ich mich zum „gro├čen“ R├╝ckweg von vier Kilometern zwingen konnte, wei├č ich bis heute noch nicht. Im Ergebnis hatte ich sieben mieserable Kilometer und die Gewissheit mich nicht selbst in der ├ľffentlichkeit dem├╝tigen zu wollen, indem ich beim Silvesterlauf nicht ins Ziel kommen w├╝rde.

Wie der Zufall es jedoch wollte, fehlten mir f├╝r die 800er Marke in diesem Jahr noch 8,2 Kilometer. Die konnte ich nicht wirklich auf mir sitzen lassen. Grund genug also, das Intervalltraining der 405 zu testen. Vorgabe: 2 x 5 km mit 20 Sekunden Pause. Nat├╝rlich ohne Zeitziel, das w├Ąre wohl doch etwas zuviel des Guten gewesen. Bewusst langsam gestartet bin ich ├╝berraschend schnell in meinem H├Ârbuch versunken, die Intervallanzeige senkte sich langsam aber stetig der 0 entgegen und auch der Puls lag rund 15 Schl├Ąge pro Minute niedriger als noch zwei Tage zuvor. Und auf einmal war ich mit den ersten f├╝nf Kilometern fertig, f├╝hlte mich frisch und voll Elan, trotz oder wegen der m├Ą├čigen 30:44 min. Zwanzig Sekunden Pause, Schultern lockern, tief durchatmen und weiter. Der R├╝ckweg f├╝hlte sich leichter und schneller an als der Hinweg.

Die zweiten F├╝nf gingen dann tats├Ąchlich in 29:34 min zu Ende, 70 Sekunden schneller als der Hinweg. Es f├╝hlt sich auf jeden Fall gut an – die Erkenntnis, dass 10 Kilometer immer noch (oder schon wieder) m├Âglich sind. L├Ąuferisch kann ich 2009 als wenig erfreudlich ad acta legen, doch die Hoffnung stirbt zuletzt, dass es im n├Ąchsten Jahr wieder aufw├Ąrts geht. Zur Verdeutlichung: Ich habe in diesem Jahr lediglich ein einziges Mal die Halbmarathondistanz gelaufen, dabei waren es doch die langen L├Ąufe, die mir durch ihre entspannte Art die Freude am Laufen erst richtig gegeben haben.

Ich w├╝nsche euch allen, dass ihr eure Ziele im kommenden Jahr erreichen m├Âgt! In diesem Sinne:

Einen guten Rutsch ins neue Jahr!




Premiere

Heute war es endlich soweit: Ich bin das erste Mal laufend mit meiner 405 unterwegs gewesen. Als bekennender Technikjunkie muss ich zugeben, dass es wirklich ein tolles Spielzeug ist. Selbst wenn man einfach nur locker eine Runde loslaufen m├Âchte, der virtuelle Trainingspartner, ein f├╝r mich ungewohnter aber ansonsten angenehm zu tragender Brustgurt und vor allem die GPS Funktion machen die Trainingsaufzeichnung so bequem, wie ich es mir nicht vorstellen konnte. Es ist einfach klasse sich jetzt um nichts mehr k├╝mmern zu m├╝ssen, weil alle Daten von der Uhr erfasst und aufgezeichnet werden. Dass diese im Anschluss dann auch noch kabellos direkt an den Rechner ├╝bertragen werden ist dann der H├Âhepunkt. Selbst wenn ich noch so schlecht drauf bin und nur wenig Strecke schaffe – jetzt wei├č ich zumindest noch genauer wie schlimm es wirklich um mich steht;-)




Weihnachtslauf

Es ist mal wieder so weit. Der 24. Dezember ist gekommen, die Weihnachtsstimmung hat ihren H├Âhepunkt erreicht. Bevor das routinierte Abendprogramm startet habe ich schnell noch einmal eine Runde gedreht. Alles angetaute ist ├╝ber Nacht hoffnungslos wieder festgefroren. Selten war das Laufen k├Ârperlich wie geistig so anstrengend wie bei diesem Lauf. St├Ąndig ist Aufmerksamkeit gefordert, wenn man auf spiegelndem Eis beinahe das Gleichgewicht verliert. Aber das darf einen nicht vom Laufen abhalten.

Umso freudiger die Ankunft zu hause, war mir unterwegs doch der ├Ârtliche DHL-Fahrer entgegen gekommen. P├╝nktlich zu Weihnachten habe ich mich n├Ąmlich selbst beschenkt, und das P├Ąckchen wartete bereits auf mich: Eine wunderbare neue Uhr, eine Garmin Forerunner 405. Mal abwarten ob Weihnachtsmann oder Christkind mir ansonsten noch etwas bringen oder der Ansicht sind, dies w├╝rde f├╝r dieses Jahr reichen. F├╝r alle, die auf den Weihnachtsmann warten: Werft doch mal einen Blick auf die Seite von NORAD. Die haben den dicken, rot gekleideten Mann gut im Blick f├╝r weihnachtliches Tracking & Tracing.

In diesem Sinne – euch allen frohe und besinnliche Weihnachten!




Tauwetter

Auch wenn es anstrengend ist – das Laufen im Schnee hat seinen Reiz. Da bin ich kein St├╝ckchen besser als unser Hund, der sich auch ein Loch in den Bauch freut, wenn er durch den Schnee toben darf. Nicht so sch├Ân dagegen, was eineinhalb Tage Tauwetter von der wei├čen Pracht ├╝brig gelassen haben. Entweder man l├Ąuft in kn├Âcheltiefem Schneematsch, der einen sofort die Schuhe und Socken durchn├Ąsst. Oder aber man wandelt auf den platt getretenen Resten, die viel mit einer blanken Eisfl├Ąche gemeinsam haben – vor allem den Reibungskoeffizienten.

Im Zwielicht der schon verschwundenen Sonne war die Tagesaufgabe heute also sich nicht den Hals zu brechen. Entspannung sieht auf jeden Fall anders aus. Daher hat mich auch nicht viel dazu bewogen mehr als rund vierzig Minuten durch die Gegend zu schlittern. Zumindest war ich komplett ungest├Ârt, niemand au├čer mir war dort unterwegs. Der leichte Regen und Schneematsch hatten aber auch keine einladende Wirkung, wenn man ehrlich ist. Ich bin nur froh, dass ich mich trotzdem aufgerafft und meinen inneren Schweinehund (endlich) einmal wieder besiegt habe.




Schneetreiben

Kurz vor Weihnachten muss man sich langsam mal Gedanken ├╝ber die guten Vors├Ątze f├╝r das kommende Jahr machen. Immer wieder gerne genommen sind solche wie Abnehmen, weniger Auto fahren oder auch mehr laufen. Die Halbwertszeit solcher allj├Ąhrlich gut ├╝berlegten pers├Ânlichkeitsver├Ąndernden Ideen ist selbstverst├Ąndlich schon Mitte Januar hoffnungslos ├╝berschritten. Sp├Ątestens im Februar w├╝nscht man, dass man sich mit der Ver├Âffentlichung der hochgesteckten Ziele etwas mehr in Zur├╝ckhaltung ge├╝bt h├Ątte und reagiert zuweilen gereizt auf mitleidiges T├Ątscheln der Plauze durch die Liebste. Warum man ausgerechnet zu einem neuen Jahr dem Glauben erliegt, sich selbst komplett umkrempeln und ein anderer Mensch werden zu k├Ânnen – ich wei├č es nicht. Doch nat├╝rlich stehe auch ich nicht ├╝ber den Dingen, nehme mir also auch diverses f├╝r das kommende Jahr vor um dann vielleicht wieder Mitte des Jahres festzustellen, dass eigentlich alles ganz anders gekommen ist.
Ein Minimalziel muss ich mir aber zugestehen: Ich m├Âchte zu jeder Zeit aus dem Haus gehen k├Ânnen und zehn Kilometer problemlos laufen k├Ânnen. Im Prinzip muss ich die Arbeit daf├╝r also noch in diesem Jahr leisten, sonst bekomme ich schon am 1. Januar ein Problem. Grund genug, endlich mal wieder die Laufschuhe zu schn├╝ren!

In den letzten Wochen ist es richtig winterlich geworden. Der Wald und seine Wege haben sich von der Trockenheit des Sommers in die feucht-schlammige Umgebung gewandelt, die ich vergangenes Jahr hier kennen gelernt habe. Doch seit gestern hat sich die Landschaft noch etwas ver├Ąndert: Es liegt Schnee. So bin ich bei rund -7 ┬░C gestern seit rund drei Wochen mal wieder eine Runde laufen gewesen. Nicht weit. Nicht schnell. Aber zumindest raus in die Natur und endlich wieder bewegen. Nach fast vierzig Minuten hatte ich genug.

├ťber Nacht dann richtiger Schneefall, der sich auch den halben Tag heute fortsetzte. Mittags hatte ich meine Laufrunde bereits mit meiner Liebsten sowie unserem Vierbeiner begangen. Bei -3 ┬░C hatte ich am Nachmittag dann fast schon das Gef├╝hl von W├Ąrme als ich meine Runde laufend begann, doch das Schwierigste heute waren die knapp zehn Zentimeter Schnee. Zum Teil noch v├Âllig unber├╝hrt durch den anhaltenden Schneefall konnte ich so einen unbeschwehrten Lauf durch einen wei├č verschneiten Wald genie├čen. Wieder war ich nur langsam unterwegs, doch das Laufen in Schnee ist auch weit anstrengender als ich es in Erinnerung hatte. Am Ende reichte es zu sieben Kilometern und dem guten Gef├╝hl m├╝der Beine. Und das ist ja die Hauptsache.